1. Mein klinischer Ansatz zur Aquablation
Immer mehr Patienten mit benigner Prostatahyperplasie fragen mich nach Aquablation, nachdem sie Werbematerial gelesen haben, das sie entweder als „Roboter, der selbstständig operiert“ oder als risikofreie Lösung darstellt. Die Realität ist ausgewogener.
Aquablation ist eine tatsächlich wertvolle, leitliniengestützte Option für bestimmte Patienten – nicht für alle. Meine Aufgabe ist es zu erklären, was die WATER- und WATER-II-Studien tatsächlich zeigen, ohne Übertreibung in beide Richtungen.
In der Praxis gehe ich immer wie folgt vor:
- Ausschluss von Prostatakrebs vor jedem Eingriff wegen BPH.
- Genaue Bestimmung des Prostatavolumens, bevor Indikationen besprochen werden.
- Vorstellung aller Alternativen (TURP, HoLEP, Rezūm, laparoskopische Adenomektomie) mit ihren realen Daten.
- Klare Aufklärung über mögliche Komplikationen, nicht nur über die Vorteile.
Dieser Leitfaden basiert auf den EAU-Leitlinien 2026 zu männlichen LUTS und den veröffentlichten Daten der WATER-/WATER-II-Studien – nicht auf Werbematerial des Herstellers.
2. Was ist Aquablation
Aquablation wird transurethral, ohne äußeren Schnitt durchgeführt. Sie verwendet einen Hochgeschwindigkeits-Kochsalz-Wasserstrahl zur Entfernung des obstruierenden adenomatösen Gewebes.
- Der Chirurg beurteilt die Anatomie mittels Echtzeit-Ultraschallbildgebung und plant den zu entfernenden Gewebebereich.
- Die Durchführung der Wasserstrahl-Ablation erfolgt kontrolliert durch ein robotisch gesteuertes System, gemäß dem genehmigten Plan.
- Ziel ist die Entfernung des Gewebes, das die Harnröhrenobstruktion verursacht.
Die eigentliche Wasserstrahl-Ablation des Prostatagewebes erfolgt ohne thermische Energie. Zur Blutstillung am Ende des Eingriffs kann ein Ballonkatheter unter Zug eingesetzt werden, oder – sofern nötig – Elektrokoagulation oder Laser mit niedriger Leistung, je nach chirurgischem Befund.
3. Ist Aquablation ein robotisches Verfahren?
Es wird tatsächlich ein robotisch gesteuertes System zur Durchführung der geplanten Wasserstrahlbehandlung eingesetzt. Dennoch gilt:
- Der Chirurg plant und überwacht die gesamte Behandlung in Echtzeit.
- Das System trifft keine autonomen Behandlungsentscheidungen.
- Es handelt sich nicht um dieselbe Technologie wie die da-Vinci-Robotchirurgie, die bei anderen Eingriffen eingesetzt wird (z. B. robotische Prostatektomie).
Diese Unterscheidung ist wichtig, damit Aquablation nicht mit der robotischen/laparoskopischen Chirurgie bei anderen Erkrankungen verwechselt wird.
4. Ablauf des Eingriffs
Endoskopischer Zugang
Das System wird durch die Harnröhre eingeführt, ohne äußeren Schnitt.
Bildgebung der Prostata
Der Chirurg beurteilt die Anatomie und den Bereich, der die Obstruktion verursacht, mittels Echtzeit-Ultraschallbildgebung.
Behandlungsplanung
Das zu entfernende Gewebe wird präzise festgelegt, basierend auf der individuellen Anatomie des Patienten.
Wasserstrahl-Ablation
Das Gewebe wird mit einem kontrollierten, hochgeschwindigen Kochsalz-Wasserstrahl entfernt, ohne thermische Energie in dieser Phase.
Blutstillung
Am Ende des Eingriffs erfolgt eine geeignete Blutungskontrolle, entsprechend dem chirurgischen Befund (z. B. Ballonkatheter unter Zug, Elektrokoagulation oder Laser, sofern nötig).
Kathetereinlage
Ein Blasenkatheter wird für den vom Chirurgen für notwendig erachteten Zeitraum eingelegt.
Der genaue Ablauf variiert je nach Patient, abhängig von Anatomie, Prostatagröße und chirurgischem Befund.
5. Für wen es geeignet ist & bei welcher Prostatagröße
Aquablation richtet sich an Männer mit benigner Prostatahyperplasie und mittelschweren bis schweren Symptomen des unteren Harntrakts (LUTS), die durch konservative Maßnahmen oder medikamentöse Therapie nicht ausreichend kontrolliert werden, oder die eine klare chirurgische Indikation haben. Typische Symptome:
Schwacher Harnstrahl
Schwierigkeiten beim Miktionsbeginn
Unterbrochener Harnstrahl
Unvollständige Entleerung
Häufiges Wasserlassen / Nykturie
Wiederkehrender Harnverhalt
Erhebliche Obstruktion
Aquablation ist nicht für jeden Fall von BPH eine geeignete Wahl – die Eignung wird individuell beurteilt.
Bei welcher Prostatagröße ist es anwendbar?
Laut den EAU-Leitlinien 2026 gilt die starke Empfehlung für Drüsen von 30–80 mL, insbesondere bei Patienten mit Interesse am Erhalt der Ejakulation. Für Drüsen von 80–150 mL zeigte die WATER-II-Studie, dass die Methode machbar ist, mit deutlicher Symptomverbesserung nach 12 Monaten – die Leitlinien weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass weitere randomisierte Studien nötig sind, bevor dies zu einer ebenso starken Empfehlung wird.
Es sollte nicht angenommen werden, dass jede sehr große Prostata automatisch ideal für Aquablation ist – bei Drüsen von 80–150 mL wurde auch eine höhere Häufigkeit blutungsbedingter Ereignisse im Vergleich zu kleineren Drüsen beobachtet (siehe Abschnitt Nachteile).
Aquablation & Mittellappen der Prostata
Die Technik kann an die spezifische Anatomie jedes Patienten angepasst werden, da der Chirurg den zu entfernenden Bereich individuell anhand der Ultraschallbildgebung plant – einschließlich ausgewählter Fälle mit obstruierendem Mittellappen. Die endgültige Eignung wird stets vom Chirurgen anhand der konkreten Anatomie beurteilt.
6. Präoperative Abklärung
Je nach Fall kann die präoperative Abklärung Folgendes umfassen:
Ausführliche Anamnese
IPSS (Symptomfragebogen), wo verwendet
Uroflowmetrie
Restharnmessung
PSA
Digital-rektale Untersuchung
Prostata-Ultraschall & Volumenbestimmung
Urinanalyse / Urinkultur
Nierenfunktionsbeurteilung
Blutuntersuchung
Bewertung von Antikoagulanzien/Thrombozytenaggregationshemmern
Zystoskopie, sofern indiziert
Nicht jede Untersuchung ist bei jedem Patienten erforderlich – die Abklärung wird individuell festgelegt.
7. Anästhesie & Dauer des Eingriffs
Anästhesie
Der Eingriff findet im Operationssaal statt und kann unter geeigneter Anästhesie (Vollnarkose oder Spinalanästhesie) durchgeführt werden, abhängig vom Fall, der anästhesiologischen Beurteilung und dem Protokoll des Behandlungszentrums.
Dauer
In der WATER-Studie war die Wasserstrahl-Ablation selbst deutlich kürzer als der entsprechende Resektionsschritt bei TURP (etwa 4 Minuten gegenüber 27 Minuten). Die Gesamtoperationszeit war jedoch zwischen beiden Techniken ähnlich (etwa 33 gegenüber 36 Minuten), da sie auch weitere Schritte umfasst (Zugang, Kartierung, Blutstillung, Kathetereinlage).
Die Gesamtoperationszeit sollte nicht mit der Dauer der eigentlichen Wasserstrahl-Ablation verwechselt werden.
8. Katheter & Krankenhausaufenthalt
Wird nach Aquablation ein Katheter benötigt?
Ja, in der Regel wird nach dem Eingriff ein vorübergehender Blasenkatheter verwendet. In vielen Fällen ist eine frühzeitige Entfernung (innerhalb der ersten Tage) möglich, aber die genaue Dauer hängt von der Prostatagröße, der Blutstillung, der Blasenentleerung, dem Protokoll des Zentrums und dem individuellen Verlauf ab – es gibt keine allgemeingültige Dauer für alle.
Krankenhausaufenthalt
Die Dauer des Krankenhausaufenthalts variiert je nach Patient und Behandlungszentrum, abhängig vom klinischen Protokoll und dem individuellen Verlauf.
9. Genesung
In den ersten Tagen nach dem Eingriff sind einige vorübergehende Beschwerden möglich:
Hämaturie
Häufiges Wasserlassen
Harndrang
Leichtes Brennen beim Wasserlassen
Kleine Blutgerinnsel
Vorübergehende Reizung
Diese Symptome bessern sich in der Regel schrittweise. Allgemeine Hinweise umfassen ausreichende Flüssigkeitszufuhr, sofern erlaubt, Vermeidung starker körperlicher Anstrengung für den vom Chirurgen empfohlenen Zeitraum sowie die Teilnahme an geplanten Nachkontrollen.
Wann bessert sich die Blasenentleerung?
Viele Patienten bemerken relativ früh eine Besserung, es kann jedoch anfangs zu einer vorübergehenden Reizung kommen, und das endgültige funktionelle Ergebnis entwickelt sich mit der Zeit. Der Verlauf ist nicht bei jedem Patienten gleich.
10. Vorteile
- Wirksame Verbesserung von Symptomen und Harnfluss, in einer randomisierten Studie nicht unterlegen gegenüber TURP.
- Individualisierte, bildgesteuerte Behandlungsplanung entsprechend der Prostataanatomie.
- Gewebeentfernung durch einen Mechanismus ohne thermische Energie während der eigentlichen Ablation.
- Möglicherweise geringere Häufigkeit von Ejakulationsstörungen in ausgewählten Vergleichen mit klassischer TURP.
- Anwendbar auch bei größeren Drüsen, basierend auf konkreten Machbarkeitsdaten (WATER II).
Keiner dieser Punkte stellt eine Ergebnisgarantie für jeden Patienten dar.
11. Nachteile & Grenzen
- Mögliche Blutung / Hämaturie, mit Bedarf an Blutstillung am Ende des Eingriffs.
- Mögliche, seltene Notwendigkeit einer Bluttransfusion – häufiger bei größeren Drüsen (WATER II).
- Mögliche Harnverhaltung.
- Mögliche Harnwegsinfektion.
- Vorübergehende Reizsymptome (häufiges Wasserlassen, Brennen).
- Möglicher Bedarf an einer zukünftigen Nachbehandlung – in der WATER-Studie lag die Nachbehandlungsrate nach 5 Jahren bei 5,1% nach Aquablation gegenüber 1,5% nach TURP.
- Nicht für jeden Patienten die beste Wahl.
- Erfordert spezielle Ausstattung und ein geschultes chirurgisches Team.
- Verfügbarkeit und Kosten variieren je nach Behandlungszentrum.
12. Beeinflusst Aquablation die Ejakulation?
In einer randomisierten klinischen Studie (WATER) war die Rate der Anejakulation bei sexuell aktiven Männern nach Aquablation niedriger als nach TURP (~10% gegenüber ~36%).
Das bedeutet, dass Aquablation eine höhere Wahrscheinlichkeit bieten kann, die Ejakulation im Vergleich zu manchen traditionellen Resektionsverfahren zu erhalten – es bedeutet nicht, dass die Ejakulation bei allen erhalten bleibt. Das Risiko hängt von Anatomie, Technik und Ausmaß der Behandlung ab, und retrograde Ejakulation oder Anejakulation können weiterhin auftreten.
Bei Drüsen von 80–150 mL (WATER-II-Studie) war der Erhalt der antegraden Ejakulation etwas niedriger (~81%) im Vergleich zu den kleineren Drüsen der ursprünglichen WATER-Studie (~90%).
13. Aquablation & Erektionsfähigkeit
Die verfügbaren Daten zeigen bei den meisten Patienten keine signifikante Verschlechterung der Erektionsfähigkeit. Es gibt jedoch keine absolute Garantie für ein Nullrisiko – die Erektionsfähigkeit hängt auch von vielen anderen Faktoren ab (Alter, kardiovaskuläre Gesundheit, Medikamente, psychologische Faktoren).
14. Aquablation vs. TURP
| Merkmal | Aquablation | TURP / TURiS |
|---|---|---|
| Mechanismus der Gewebeentfernung | Mechanische Wasserstrahl-Ablation | Elektrochirurgische Resektion |
| Thermische Energie bei der Entfernung | Nein | Ja |
| Erfahrungsgeschichte der Methode | Neuere Technik, kürzere Erfahrung | Jahrzehntelange klinische Erfahrung |
| Wirksamkeit bei LUTS | Nicht unterlegen gegenüber TURP (WATER-Studie) | Etablierter Referenzstandard |
| Größenindikation | 30–80 mL (starke EAU-Empfehlung) | 30–80 mL (etablierter Bereich) |
| Anejakulationsrate | ~10% | ~36% |
| Nachbehandlung nach 5 Jahren | 5,1% | 1,5% |
| Verfügbarkeit | Erfordert spezielle Ausstattung | Weit verbreitet |
Die Wahl hängt von Prostatagröße und -anatomie, den Prioritäten des Patienten und der Erfahrung des Behandlungszentrums ab.
15. Aquablation vs. HoLEP
| Merkmal | Aquablation | HoLEP |
|---|---|---|
| Mechanismus | Mechanische Wasserstrahl-Ablation | Laser-Enukleation (Ho:YAG) |
| Qmax-Verbesserung | Deutliche Verbesserung | Im Mittel größer (+3,24 mL/s) |
| PVR-Reduktion | Deutliche Verbesserung | Im Mittel größer (−23 mL) |
| Inkontinenzrisiko | Niedriger | Höher (relatives Risiko ~4,5x) |
| Transfusionsrisiko | Höher | Niedriger |
| Einsatz bei sehr großen Drüsen | Machbarkeitsdaten (80–150 mL) | Etablierte Option für sehr große Drüsen |
| Lernkurve | Standardisierte Planung | Erfordert spezialisierte chirurgische Ausbildung |
Keine der beiden Methoden ist absolut überlegen – die Wahl richtet sich individuell nach Prostatagröße, Anatomie und der Erfahrung des Zentrums.
HoLEP-Prostatektomie16. Aquablation vs. Rezūm & UroLift
Aquablation vs. Rezūm
Rezūm und Aquablation sind nicht einfach zwei Varianten desselben Eingriffs:
Rezūm
Minimal-invasive Wasserdampfbehandlung (thermische Energie) mit allmählicher Gewebereaktion über die Zeit.
Aquablation
Unmittelbare mechanische Gewebeentfernung mit einem Hochgeschwindigkeits-Kochsalz-Wasserstrahl, ohne thermische Energie beim Entfernungsschritt.
Sie unterscheiden sich in Invasivität, Art der Anästhesie, Katheterbedarf, Geschwindigkeit der Symptomlinderung, Größenindikation und Wahrscheinlichkeit einer Nachbehandlung. Siehe den Leitfaden zu Rezūm.
Aquablation vs. UroLift
UroLift entfernt kein Prostatagewebe – es funktioniert mit dauerhaften Implantaten, die die Prostatalappen mechanisch zusammendrücken. Aquablation hingegen entfernt tatsächlich das obstruierende Gewebe. Es handelt sich um grundlegend unterschiedliche Ansätze mit unterschiedlichen Indikationen.
17. Gewebe zur pathologischen Untersuchung
Bei der Aquablation kann Gewebe für die pathologische Untersuchung entnommen werden, jedoch sollte nicht angenommen werden, dass die Probe dieselbe Qualität oder Menge aufweist wie Proben, die bei TURP oder HoLEP entnommen werden. Der Bedarf und die Ausreichung des Gewebematerials werden vom Chirurgen von Fall zu Fall beurteilt.
18. Aquablation & Prostatakrebs
Aquablation ist eine Behandlung der benignen Obstruktion durch BPH und keine Behandlung von Prostatakrebs.
Vor dem Eingriff muss, sofern indiziert, eine geeignete Abklärung auf mögliche Malignität erfolgen.
19. Wer besondere Abklärung benötigt
Ohne eine formale, absolute Liste von Kontraindikationen darzustellen, ist eine individuelle Abklärung besonders bei Patienten mit Folgendem erforderlich:
Verdacht auf oder bekannter Prostatakrebs, der den Behandlungsplan ändert
Aktive Harnwegsinfektion
Signifikante Gerinnungsstörungen
Ungewöhnliche anatomische Varianten
Schwere neurogene Blasenstörungen
Sehr hohes anästhesiologisches Risiko
Frühere urologische Eingriffe, die die Technik beeinträchtigen könnten
20. Antikoagulanzien / Thrombozytenaggregationshemmer
Bei Patienten unter antikoagulativer oder thrombozytenaggregationshemmender Therapie ist eine individuelle Planung erforderlich. Der Patient darf diese Medikamente nicht eigenständig absetzen – die Entscheidung wird gemeinsam vom Urologen, Kardiologen und Anästhesisten getroffen, sofern erforderlich.
21. Ergebnisse & Dauerhaftigkeit
In der WATER-Studie blieben die Verbesserungen von IPSS und Qmax auch nach 5 Jahren Nachbeobachtung erhalten, sowohl nach Aquablation als auch nach TURP. Die Nachbehandlungsrate nach 5 Jahren lag bei 5,1% nach Aquablation und 1,5% nach TURP in derselben Studie. In der WATER-II-Studie (80–150 mL) lag der Bedarf an chirurgischer Nachbehandlung nach 5 Jahren bei etwa 3%.
Die Langzeitdaten zur Aquablation nehmen zu, jedoch bleibt die Nachbeobachtungsgeschichte kürzer im Vergleich zu länger etablierten Techniken wie TURP.
22. Ausstattung & Chirurgisches Team
Aquablation wird mit dem AquaBeam-System (PROCEPT BioRobotics) durchgeführt – eine Erwähnung ausschließlich zu technisch-informativen Zwecken, keine kommerzielle Werbung. Dr. Marinos Vasilas arbeitet mit spezialisierten Behandlungszentren zusammen, darunter die Klinik Lefkos Stavros – The Athens Clinic in Athen und die Allgemeine Klinik Rhodos (Euromedica), was den Zugang zu moderner Infrastruktur und Ausstattung sicherstellt.
Patientenpfad Schritt für Schritt
23. Häufige Fragen (FAQ)
Was ist Aquablation der Prostata?
Aquablation ist eine endoskopische Behandlung der benignen Prostatahyperplasie, bei der obstruierendes Prostatagewebe mit einem Hochgeschwindigkeits-Wasserstrahl entfernt wird, unter Echtzeit-Ultraschallbildgebung und robotisch gesteuerter Kontrolle, ohne äußeren Schnitt.
Ist es wirklich ein robotisches Verfahren?
Es wird tatsächlich ein robotisch gesteuertes System zur Durchführung der geplanten Wasserstrahlbehandlung eingesetzt, aber der Chirurg plant und überwacht die gesamte Behandlung in Echtzeit. Es handelt sich nicht um dieselbe Technologie wie die da-Vinci-Robotchirurgie.
Wird Laser verwendet?
Nein. Die Gewebeentfernung erfolgt mit einem Kochsalz-Wasserstrahl, nicht mit Laser. Laser kann gegebenenfalls nur zur Blutstillung am Ende des Eingriffs eingesetzt werden.
Bei welcher Prostatagröße ist es möglich?
Die starke Empfehlung der EAU-Leitlinien betrifft Drüsen von 30–80 mL. Für 80–150 mL liegen Machbarkeitsdaten vor (WATER-II-Studie), doch laut Leitlinien sind weitere randomisierte Studien nötig, bevor eine ebenso starke Empfehlung ausgesprochen werden kann.
Kann eine sehr große Prostata behandelt werden?
Bei ausgewählten Patienten mit einer Drüse von 80–150 mL zeigte die WATER-II-Studie eine deutliche Symptomverbesserung, aber auch eine höhere Häufigkeit blutungsbedingter Ereignisse im Vergleich zu kleineren Drüsen. Die Eignung wird stets individuell beurteilt.
Beeinflusst es die Ejakulation?
In der WATER-Studie war die Rate der Anejakulation bei sexuell aktiven Männern nach Aquablation niedriger als nach TURP (10% gegenüber 36%). Das bedeutet eine höhere Wahrscheinlichkeit, die Ejakulation im Vergleich zu manchen traditionellen Resektionsverfahren zu erhalten – keine garantierte Erhaltung.
Beeinflusst es die Erektionsfähigkeit?
Die verfügbaren Daten zeigen bei den meisten Patienten keine signifikante Verschlechterung der Erektionsfähigkeit, es gibt jedoch keine absolute Garantie – die Erektionsfähigkeit hängt auch von vielen anderen Faktoren ab.
Wie lange dauert der Eingriff?
In der WATER-Studie war die Wasserstrahl-Ablationsphase selbst deutlich kürzer als der entsprechende Resektionsschritt bei TURP (etwa 4 gegenüber 27 Minuten), die Gesamtoperationszeit war jedoch zwischen beiden Techniken ähnlich (etwa 33 gegenüber 36 Minuten), da sie auch Zugang, Kartierung und Blutstillung umfasst.
Wie viele Tage wird ein Katheter benötigt?
In der Regel wird ein vorübergehender Blasenkatheter verwendet, wobei in vielen Fällen eine frühzeitige Entfernung innerhalb der ersten Tage möglich ist. Die genaue Dauer hängt von der Prostatagröße, der Blutstillung und dem Protokoll des Behandlungszentrums ab.
Wann kann ich zu normalen Aktivitäten zurückkehren?
Viele Patienten bemerken innerhalb weniger Wochen eine schrittweise Besserung, mit allmählicher Rückkehr zu normalen Aktivitäten gemäß den Anweisungen des Chirurgen – es gibt keinen einheitlichen Zeitplan für alle.
Aquablation oder HoLEP?
Beide Methoden sind wirksam. HoLEP verfügt über mehr Erfahrung bei sehr großen Drüsen und ist in manchen Vergleichen mit einer größeren Verbesserung des Qmax verbunden, jedoch auch mit einem höheren Inkontinenzrisiko im Vergleich zu Aquablation. Die Wahl hängt von Prostatagröße und -anatomie, den Prioritäten des Patienten und der Erfahrung des Behandlungszentrums ab.
Könnte ein zweiter Eingriff in der Zukunft nötig sein?
Ja, wie bei allen chirurgischen BPH-Behandlungen. In einer 5-Jahres-Follow-up-Studie lag die Rate der Nachbehandlung nach Aquablation bei 5,1%, gegenüber 1,5% nach TURP in derselben Studie – Langzeitdaten zur Aquablation werden weiterhin gesammelt.
Verwandte Themen
Überlegen Sie eine Behandlung bei BPH?
Die Wahl des geeigneten Eingriffs bei benigner Prostatahyperplasie hängt von der Größe und Anatomie der Drüse, dem Schweregrad der Symptome und den Prioritäten des Patienten hinsichtlich Erholung und sexueller Funktion ab. Vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis in Rhodos für eine umfassende Abklärung und einen Vergleich von Aquablation, HoLEP und TURP.
Literatur – Quellen
- EAU Guidelines on Management of Non-neurogenic Male LUTS 2026 (Abschnitt 5.3.4.a – Aquablation) — uroweb.org
- Gilling P, et al. WATER: A Double-Blind, Randomized, Controlled Trial of Aquablation vs TURP for BPH — J Urol 2018;199:1252–1261, sowie 5-Jahres-Follow-up, BJU Int 2022.
- Desai M, et al. WATER II: Aquablation Therapy for Moderate-to-Severe LUTS in Patients with Large Prostates (80–150 mL) — J Urol 2019;201:1191–1197.
Medizinische Betreuung

Dr. Marinos Vasilas, Urologe – Androloge
Dr. Marinos Vasilas wendet moderne Verfahren zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie an (HoLEP, TURiS, Rezūm, Aquablation), mit individualisierter Auswahl je nach Drüsengröße und Patientenbedürfnissen, gemäß den EAU-Leitlinien.
Vollständiges ProfilDer Inhalt dieser Seite dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine individuelle urologische Beurteilung. Nicht jeder Patient ist für Aquablation geeignet – die Wahl der Methode hängt von Anatomie, Prostatagröße, Begleiterkrankungen und den Prioritäten des Patienten ab.






