TURiS – Bipolare transurethrale Prostataresektion

Bipolare transurethrale Resektion des obstruktiven Prostatagewebes in physiologischer Kochsalzlösung zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH), ohne äußeren Schnitt.

TURiS διπολική διουρηθρική εκτομή προστάτη σε φυσιολογικό ορό
Dr. Marinos Vasilas10. September 202614 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Die TURiS (Transurethral Resection in Saline) ist ein endoskopischer Eingriff zur Behandlung der Obstruktion durch benigne Prostatahyperplasie (BPH). Das obstruktive Gewebe wird über die Harnröhre mit bipolarer elektrochirurgischer Energie in physiologischer Kochsalzlösung entfernt, ohne äußeren Schnitt. Sie ist die bipolare Weiterentwicklung der klassischen TURP – sie entfernt nicht die gesamte Prostata und ist keine Krebsbehandlung.

1. Mein klinischer Ansatz bei der TURiS

Die TURiS ist in meiner Praxis in Rhodos eine etablierte Option zur chirurgischen Behandlung der obstruktiven BPH, bei Adenomen geeigneter Größe und Anatomie. Die bipolare Technologie in Kochsalzlösung macht sie im Vergleich zur klassischen monopolaren TURP sicherer, insbesondere bei Patienten mit kardiovaskulären oder renalen Begleiterkrankungen.

Die richtige Patientenauswahl ist entscheidend: Adenomvolumen, Anatomie, Blasenfunktion, Blutungsrisiko und der allgemeine Gesundheitszustand bestimmen, ob TURiS, HoLEP, Aquablation oder eine andere Technik die geeignetste Wahl ist.

In der Praxis achte ich immer darauf:

  • Prostatakrebs vor jeder chirurgischen Behandlung der BPH auszuschließen.
  • Klar zu erklären, dass die TURiS nicht die gesamte Prostata entfernt.
  • Vor dem Eingriff eindeutig über die Möglichkeit einer retrograden Ejakulation aufzuklären.
  • Den Vergleich mit HoLEP, Aquablation, Rezūm und UroLift je nach Fall zu individualisieren.

2. Was ist die TURiS

Die TURiS (Transurethral Resection in Saline) ist die bipolare Variante der klassischen transurethralen Prostataresektion (TURP). Ein Resektoskop wird über die Harnröhre eingeführt, und das obstruktive Adenomgewebe wird schrittweise mit bipolarer elektrochirurgischer Energie entfernt, unter kontinuierlicher Spülung mit physiologischer Kochsalzlösung (0,9% NaCl), die die Sicht erhält und Blut sowie Gewebe ausspült.

Der entscheidende technologische Unterschied zur monopolaren TURP besteht darin, dass bei der bipolaren Technologie beide Pole des Stromkreises an der Spitze der Elektrode selbst liegen, sodass keine nicht leitende Spülflüssigkeit erforderlich ist. Dies ermöglicht die Verwendung von physiologischer Kochsalzlösung anstelle von entionisiertem Wasser oder Glycin.

Die TURiS ist im Wesentlichen eine Form der bipolaren TURP. Der Begriff „TURiS“ bezieht sich auf die Verwendung von physiologischer Kochsalzlösung als Spülflüssigkeit, die durch die bipolare Technologie ermöglicht wird.

3. TURiS vs. klassische (monopolare) TURP

Monopolare TURP

Nutzt monopolare elektrochirurgische Energie und erfordert eine nicht leitende (hypotone) Spülflüssigkeit, wie entionisiertes Wasser oder Glycin, damit sich der elektrische Strom nicht in der Flüssigkeit verteilt.

TURiS / Bipolare TURP

Nutzt bipolare Energie und ermöglicht die Spülung mit physiologischer Kochsalzlösung (0,9% NaCl) durch ein anderes elektrochirurgisches Schaltungsdesign.

Die Verwendung isotoner Kochsalzlösung anstelle einer hypotonen Spülflüssigkeit verringert das Risiko der Absorption hypotoner Flüssigkeit und des damit verbundenen klassischen „TUR-Syndroms“ erheblich – das bedeutet jedoch nicht, dass eine Flüssigkeitsabsorption oder damit verbundene Komplikationen vollständig ausgeschlossen sind. Laut systematischen Übersichtsarbeiten und Vergleichsstudien hat die bipolare TURP/TURiS eine mit der monopolaren TURP vergleichbare Wirksamkeit, mit einem günstigeren Sicherheitsprofil hinsichtlich des TUR-Syndroms.

4. Was wird entfernt – keine radikale Prostatektomie

Bei der TURiS wird nicht die gesamte Prostata entfernt.

Es wird schrittweise, in Spänen, das obstruktive hyperplastische Gewebe entfernt, das die Prostataharnröhre umgibt. Die periphere Zone der Drüse und die chirurgische Kapsel bleiben erhalten.

Die TURiS behandelt die gutartige Obstruktion, nicht den Krebs

Dies unterscheidet sich grundlegend von der radikalen Prostatektomie (robotergestützt oder laparoskopisch), bei der die gesamte Prostata als Behandlung von Prostatakrebs entfernt wird. Die TURiS behandelt die benigne prostatische Obstruktion und ist keine Krebsbehandlung.

5. Wie der Eingriff durchgeführt wird

1

Endoskopischer Zugang

Das Resektoskop wird über die Harnröhre eingeführt, ohne äußeren Schnitt.

2

Anatomische Beurteilung

Der Chirurg identifiziert die Prostatalappen, den Blasenhals und wichtige anatomische Landmarken.

3

Bipolare Resektion

Das obstruktive Gewebe wird schrittweise mit einer bipolaren Schlinge unter kontinuierlicher Kochsalzspülung entfernt.

4

Blutstillung

Blutende Gefäße werden während der Resektion elektrochirurgisch kontrolliert.

5

Entfernung der Gewebespäne

Die Prostatagewebespäne werden ausgespült und aus der Blase entfernt.

6

Histologische Untersuchung

Das entfernte Gewebe wird zur pathologischen Untersuchung geschickt.

7

Katheter

Ein vorübergehender Blasenkatheter wird gelegt, oft mit der Möglichkeit einer Blasenspülung, falls erforderlich.

6. Histologie & Prostatakrebs

Das bei der TURiS entfernte Prostatagewebe wird zur histologischen Untersuchung geschickt – ein Vorteil gegenüber einigen Techniken, die kein Gewebe direkt entfernen. Dies ersetzt nicht die geeignete präoperative Abklärung auf Krebs bei verdächtigen Befunden, und bei einer kleinen Anzahl von Proben kann selten ein zufälliger (inzidenteller) Befund von Prostatakrebs festgestellt werden.

7. Für wen kommt die TURiS in Frage

Die TURiS wird bei Männern mit signifikanten Symptomen des unteren Harntrakts (LUTS) aufgrund einer BPH in Betracht gezogen, wie zum Beispiel:

Schwacher Harnstrahl

Startschwierigkeiten beim Wasserlassen

Unterbrochener Harnstrahl

Verlängertes Wasserlassen

Gefühl der unvollständigen Entleerung

Großes Restharnvolumen

Wiederkehrender akuter Harnverhalt

Wiederkehrende Infektionen aufgrund der Obstruktion, im geeigneten Kontext

Blasensteine in Kombination mit Obstruktion

Nierenbeeinträchtigung durch chronische Obstruktion, sofern relevant

Versagen oder Unverträglichkeit der medikamentösen Therapie

Ausschluss von Krebs, bevor Symptome der BPH zugeschrieben werden

Vor jeder chirurgischen Behandlung der BPH ist eine vollständige urologische Abklärung erforderlich – einschließlich PSA und digital-rektaler Untersuchung – um Prostatakrebs auszuschließen, da sich die Harnsymptome von BPH und Krebs überschneiden können.

8. Für welche Prostatagröße wird die TURiS eingesetzt?

TURP/TURiS wird traditionell vor allem bei kleinen bis mittelgroßen Drüsen eingesetzt. Es gibt keine willkürliche, allgemein anerkannte Grenze in Kubikzentimetern, oberhalb derer die Technik ausgeschlossen wäre – die Eignung hängt vom Adenomvolumen und der Anatomie, der Operationsdauer, der Erfahrung des Chirurgen und dem Blutungsrisiko ab.

Bei deutlich größeren Drüsen können Techniken wie die HoLEP, die endoskopische Enukleation im weiteren Sinne, die Adenomektomie oder, bei geeigneten Patienten, die Aquablation geeignetere Alternativen sein, abhängig von Volumen, Anatomie, chirurgischer Erfahrung und den Präferenzen des Patienten.

TURiS und der Mittellappen

Ein obstruktiver Mittellappen kann während der TURiS behandelt werden, abhängig von der Anatomie und der gewählten chirurgischen Technik.

9. TURiS und Harnverhalt

Bei Männern mit Dauerkatheter, wiederkehrendem Harnverhalt oder signifikantem Restharnvolumen kann die TURiS die prostatische Obstruktion behandeln.

Die Fähigkeit, nach dem Eingriff selbstständig Wasser zu lassen, hängt jedoch auch von der Funktion des Detrusormuskels (Blasenmuskel), der chronischen Dauer der Obstruktion, etwaigen neurologischen Erkrankungen und der allgemeinen Blasenfunktion ab – die TURiS kann nicht bei jedem Patienten ein katheterfreies Ergebnis garantieren.

10. Präoperative Abklärung

Die präoperative Abklärung wird individuell angepasst – nicht jede Untersuchung ist in jedem Fall zwingend erforderlich:

Anamnese

IPSS

Uroflowmetrie

Restharnmessung (PVR)

PSA

Digital-rektale Untersuchung

Ultraschall / Prostatavolumen

Urinuntersuchung / Urinkultur

Großes Blutbild

Nierenfunktionsprüfung

Gerinnungsdiagnostik

Überprüfung von Antikoagulanzien / Thrombozytenaggregationshemmern

Zystoskopie, sofern indiziert

Urodynamische Untersuchung, nur in ausgewählten Fällen

11. Anästhesie, Katheter & Krankenhausaufenthalt

Anästhesie

Die TURiS kann in Spinal-/Regionalanästhesie oder Vollnarkose durchgeführt werden, abhängig von Patientenfaktoren, der Einschätzung des Anästhesisten, dem chirurgischen Plan und dem Protokoll des Zentrums.

Wie lange bleibt der Katheter nach der TURiS?

Der Blasenkatheter wird vorübergehend verwendet, zur Urinableitung, zur Überwachung einer möglichen Hämaturie und, falls nötig, zur Blasenspülung. Seine Dauer hängt vom Umfang des Eingriffs, der Blutung, der Prostatagröße und dem postoperativen Verlauf ab.

Krankenhausaufenthalt

Der Krankenhausaufenthalt ist in der Regel kurz, hängt aber von der Hämaturie, der Katheterentfernung, Begleiterkrankungen, dem Alter, der Drüsengröße und dem Protokoll des Zentrums ab. Ein bestimmter Entlassungstag kann nicht für jeden Patienten garantiert werden.

12. Erholung & wann sich das Wasserlassen bessert

Mögliche frühe Beschwerden nach der TURiS umfassen:

Hämaturie

Kleine Blutgerinnsel

Brennen beim Wasserlassen

Häufiges Wasserlassen

Dranggefühl

Nykturie

Vorübergehende Schwierigkeiten beim Wasserlassen

Vorübergehender Harnverlust bei manchen Patienten

Reizsymptome können einige Zeit brauchen, um abzuklingen. Viele Patienten bemerken relativ bald nach der Katheterentfernung einen verbesserten Harnfluss, jedoch können Dranggefühl/häufiges Wasserlassen vorübergehend bestehen bleiben, und eine chronische Blasenfunktionsstörung kann das endgültige Ergebnis einschränken – die Erholung verläuft individuell unterschiedlich.

Dies sind nur allgemeine Erholungsgrundsätze, kein strenger Zeitplan – der genaue Verlauf wird vom Chirurgen und dem Protokoll des Zentrums bestimmt.

13. Beeinflusst die TURiS die Ejakulation und die Erektionsfähigkeit?

Ejakulation

Eine retrograde Ejakulation (oder das Ausbleiben der äußeren Ejakulation) ist nach TURP/TURiS häufig. Wir verschweigen diese Tatsache nicht.

  • Der Samen wird bei der Ejakulation in Richtung Blase statt nach außen geleitet.
  • Dies bedeutet in der Regel keinen Verlust des Orgasmus.
  • Es ist für die Fruchtbarkeit relevant – eine wichtige Überlegung für jüngere Männer mit Kinderwunsch.
  • Es ist ein von der erektilen Dysfunktion getrenntes Thema.

Erektionsfähigkeit

Die meisten Männer erfahren keine wesentliche Verschlechterung der Erektionsfähigkeit als direkte Folge der TURiS, ohne dass dies für jeden Patienten eine absolute Zusicherung darstellt. Die vorbestehende erektile Funktion, das Alter und Gefäßfaktoren spielen beim endgültigen Ergebnis eine Rolle.

14. Blutung & Antikoagulanzientherapie

Ein gewisses Maß an Hämaturie ist postoperativ zu erwarten. Die bipolare Technologie ermöglicht während der Resektion eine wirksame Blutstillung, dennoch bleiben eine signifikante Blutung oder die Notwendigkeit einer Transfusion – wenn auch seltener – möglich. Die TURiS ist kein „blutungsfreier“ Eingriff.

Die Handhabung von Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmern erfordert einen individuellen Ansatz, der das Thromboserisiko gegen das Blutungsrisiko abwägt. Patienten sollten diese Medikamente nicht eigenständig absetzen – die Entscheidung wird in Abstimmung mit dem Chirurgen, dem Kardiologen oder dem Hämatologen getroffen, je nach Fall.

15. Das TUR-Syndrom

Das klassische „TUR-Syndrom“ wurde ursprünglich im Zusammenhang mit der monopolaren TURP beschrieben und steht mit der Absorption hypotoner Spülflüssigkeit (entionisiertes Wasser oder Glycin) über die eröffneten Venen der Prostata während der Resektion in Verbindung. Es kann zu einer Elektrolytverdünnung (vor allem Hyponatriämie) und in schwereren Fällen zu neurologischen oder kardiovaskulären Manifestationen führen.

Da bei der TURiS isotone physiologische Kochsalzlösung anstelle einer hypotonen Flüssigkeit verwendet wird, ist das Risiko des klassischen, hyponatriämischen TUR-Syndroms deutlich reduziert. Dies bedeutet nicht, dass überhaupt kein Risiko einer Flüssigkeitsabsorption besteht – eine sorgfältige Überwachung während und nach dem Eingriff bleibt notwendig.

16. Weitere mögliche Komplikationen

Die TURiS hat im Allgemeinen ein günstiges Sicherheitsprofil, ist aber nicht frei von Komplikationen:

Harnwegsinfektion

Blutung / Koagelretention

Vorübergehende Dysurie

Akuter Harnverhalt

Harnröhrenstriktur

Blasenhalsstenose

Vorübergehende Inkontinenz

Seltener anhaltende Harnsymptome

Notwendigkeit einer erneuten Behandlung

17. Langzeitergebnisse & erneute Behandlung

TURP/TURiS verfügt über eine sehr reife und langfristige Evidenzbasis, mit einer konsistenten Verbesserung der Harnsymptome, des Harnflusses und der Lebensqualität bei den meisten Patienten, gemäß systematischen Übersichtsarbeiten und klinischen Leitlinien.

Könnte ein weiterer Eingriff nötig werden?

Ja, bei einem kleinen Prozentsatz der Patienten kann in Zukunft ein weiterer Eingriff notwendig werden. Mögliche Ursachen sind ein Restadenom oder erneutes Wachstum, eine Blasenhalsstenose, eine Harnröhrenstriktur oder eine neue Obstruktion im Laufe der Zeit. Die TURiS garantiert nicht, dass die Prostata nie wieder wächst.

18. TURiS vs. HoLEP vs. Aquablation

Die Wahl zwischen TURiS, HoLEP, Aquablation und anderen Techniken hängt von der Prostatagröße und -anatomie, der Blasenfunktion, Begleiterkrankungen und den Prioritäten des Patienten ab. Keine Technik ist ein universeller Gewinner.

MerkmalTURiSHoLEPAquablation
MechanismusBipolare elektrochirurgische Resektion in KochsalzlösungLaser-Enukleation des AdenomsBildgesteuerter, kontrollierter Wasserstrahl
GewebeentfernungResektion in SpänenEn-bloc-Enukleation + MorcellationGewebeabtragung mit Wasserstrahl
ProstatagrößeTraditionell kleine bis mittelgroße DrüsenNicht wesentlich größenlimitiertAbhängig von der Anatomie, bei ausgewählten Patienten
SpülflüssigkeitPhysiologische Kochsalzlösung (0,9% NaCl)Physiologische KochsalzlösungPhysiologische Kochsalzlösung
BlutungGutes Profil, dennoch möglichOft sehr gutes ProfilOft niedrig, bei geeigneten Patienten
EjakulationRetrograde Ejakulation häufigRetrograde Ejakulation häufigBei ausgewählten Patienten häufiger erhalten
HistologieJaJaJa
KatheterVorübergehendVorübergehendVorübergehend
LangzeitdatenSehr reife LangzeitliteraturUmfangreich, viele Jahre NachbeobachtungNeuere Technologie, wachsende Datenlage
Erneute BehandlungNiedrige, aber nicht null RateGenerell niedrige RateWachsende Langzeitdaten
LernkurveMeist kürzer, etablierte AusbildungAnspruchsvoll, länger als andere TechnikenStandardisierte bildgestützte Planung

Diese Tabelle dient nur zur Orientierung und stellt keine individuelle medizinische Empfehlung dar.

19. TURiS vs. Rezūm, UroLift und Adenomektomie

TURiS vs. Rezūm

Die TURiS entfernt das obstruktive Gewebe direkt durch elektrochirurgische Resektion. Rezūm verursacht eine thermische Gewebeablation mittels Wasserdampf, wobei sich das Adenomvolumen in den folgenden Wochen allmählich verringert. Sie unterscheiden sich auch hinsichtlich Invasivität, Anästhesiebedarf, Katheterdauer, Geschwindigkeit der Symptomverbesserung, Eignung nach Prostatagröße und Rate erneuter Behandlungen.

Rezūm Wasserdampftherapie

TURiS vs. UroLift

UroLift entfernt kein Gewebe – es rafft die Prostatalappen mechanisch mit Implantaten. Die TURiS entfernt das obstruktive Gewebe durch elektrochirurgische Resektion. Es handelt sich um Techniken mit unterschiedlichen Indikationen und unterschiedlichem Dauerhaftigkeitsprofil.

TURiS vs. Adenomektomie

Bei sehr großen Prostatadrüsen wird die TURiS nicht als ideal für jedes Adenomvolumen dargestellt. Häufiger werden Alternativen wie HoLEP, die endoskopische Enukleation im weiteren Sinne, die laparoskopische/robotergestützte Adenomektomie oder, bei geeigneten Patienten, die Aquablation in Betracht gezogen.

3D Laparoskopische Prostata-Adenomektomie

20. Der Weg des Patienten

BPH-Symptome
PSA + Ultraschall + Uroflowmetrie / Restharn
Beurteilung von Prostatavolumen & Anatomie
Bewertung der Blasenfunktion und des Gesamtrisikos
Wahl der TURiS, sofern geeignet
Bipolare transurethrale Resektion
Vorübergehender Blasenkatheter
Histologie & Nachsorge des Wasserlassens

21. Der Arzt

Dr. Marinos Vasilas — Urologe in Rhodos

Dr. Marinos Vasilas, Urologe – Androloge

Dr. Marinos Vasilas ist spezialisiert auf Endourologie und die chirurgische Behandlung der benignen Prostatahyperplasie, gemäß den klinischen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU).

Lernen Sie den Arzt kennen

22. Häufig gestellte Fragen

Was ist TURiS?

TURiS (Transurethral Resection in Saline) ist die bipolare Variante der transurethralen Prostataresektion (TURP). Das obstruktive Prostatagewebe wird über die Harnröhre mit bipolarer elektrochirurgischer Energie in physiologischer Kochsalzlösung entfernt, ohne äußeren Schnitt.

Was ist der Unterschied zwischen TURiS und der klassischen (monopolaren) TURP?

Die klassische monopolare TURP benötigt eine nicht leitende Spülflüssigkeit (entionisiertes Wasser oder Glycin), deren Absorption das TUR-Syndrom auslösen kann. TURiS nutzt bipolare Technologie, die eine Spülung mit physiologischer Kochsalzlösung (0,9% NaCl) ermöglicht und das Risiko dieses Syndroms erheblich verringert – jedoch nicht vollständig ausschließt.

Wird bei der TURiS die gesamte Prostata entfernt?

Nein. Es wird schrittweise das obstruktive Adenomgewebe entfernt, das die Prostataharnröhre umgibt. Die periphere Zone der Drüse bleibt erhalten. Die TURiS ist keine radikale Prostatektomie und keine Behandlung von Prostatakrebs.

Für welche Prostatagröße wird die TURiS eingesetzt?

TURP/TURiS wird traditionell vor allem bei kleinen bis mittelgroßen Drüsen eingesetzt. Es gibt keine allgemein anerkannte, starre Grenze in Kubikzentimetern – die Eignung hängt vom Adenomvolumen, der Anatomie, der Erfahrung des Chirurgen und dem Blutungsrisiko ab. Bei deutlich größeren Drüsen werden häufiger Alternativen wie HoLEP, die Adenomektomie oder, bei geeigneten Patienten, Aquablation in Betracht gezogen.

Wird nach der TURiS ein Katheter benötigt?

Ja, ein vorübergehender Blasenkatheter wird zur Urinableitung, zur Überwachung einer möglichen Hämaturie und, falls nötig, zur Blasenspülung gelegt. Die genaue Dauer hängt vom Umfang des Eingriffs, der Blutung, der Prostatagröße und dem postoperativen Verlauf ab – sie ist nicht bei jedem Patienten gleich.

Wie viele Tage Krankenhausaufenthalt sind nötig?

Der Krankenhausaufenthalt ist in der Regel relativ kurz, die genaue Dauer hängt jedoch von der Hämaturie, der Katheterentfernung, Begleiterkrankungen, dem Alter, der Drüsengröße und dem Protokoll des Zentrums ab. Ein bestimmter Entlassungstag kann nicht für jeden Patienten garantiert werden.

Wann verbessert sich das Wasserlassen nach der TURiS?

Viele Patienten bemerken relativ bald nach der Katheterentfernung einen verbesserten Harnfluss. Dranggefühl und häufiges Wasserlassen können jedoch vorübergehend bestehen bleiben, und das endgültige Ergebnis hängt auch von der vorbestehenden Blasenfunktion ab – die Erholung verläuft individuell unterschiedlich.

Beeinflusst die TURiS die Ejakulation?

Ja, eine retrograde Ejakulation (oder das Ausbleiben der äußeren Ejakulation) ist nach TURP/TURiS häufig. Dies bedeutet in der Regel keinen Verlust des Orgasmus, ist aber für die Fruchtbarkeit relevant und ein von der erektilen Funktion getrenntes Thema.

Beeinflusst die TURiS die Erektionsfähigkeit?

Die meisten Männer erfahren keine wesentliche Verschlechterung der Erektionsfähigkeit als direkte Folge der TURiS, ohne dass dies für jeden Patienten eine absolute Garantie darstellt. Die vorbestehende erektile Funktion, das Alter und Gefäßfaktoren spielen eine Rolle.

TURiS oder HoLEP?

Beide Techniken behandeln die obstruktive BPH endoskopisch, mit unterschiedlichem Mechanismus. Die HoLEP wird nicht wesentlich durch die Prostatagröße eingeschränkt, während die TURiS traditionell vor allem bei kleineren bis mittelgroßen Drüsen angewendet wird. Die Wahl hängt vom Drüsenvolumen, der Anatomie, der verfügbaren Erfahrung und den Prioritäten des Patienten ab.

TURiS oder Aquablation?

Die TURiS ist eine bipolare elektrochirurgische Resektion mit sehr reifer Langzeitevidenz. Die Aquablation nutzt einen bildgesteuerten Wasserstrahl und wurde bei ausgewählten Patienten mit einer besseren Erhaltung der Ejakulation in Verbindung gebracht. Keine Technik ist universell überlegen – die Wahl erfolgt individuell.

Könnte nach der TURiS ein weiterer Eingriff nötig werden?

Ja, bei einem kleinen Prozentsatz der Patienten kann in Zukunft ein weiterer Eingriff notwendig werden, meist aufgrund eines Restadenoms, eines erneuten Wachstums, einer Blasenhalsstenose, einer Harnröhrenstriktur oder einer neuen Obstruktion. Die TURiS garantiert nicht, dass die Prostata nie wieder wächst.

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Wissenschaftliche Quellen

  1. EAU Guidelines on the Management of Non-neurogenic Male LUTS. European Association of Urology — uroweb.org
  2. AUA Guideline on the Surgical Management of Lower Urinary Tract Symptoms/Benign Prostatic Hyperplasia (BPH). American Urological Association — auanet.org
  3. Cornu JN, et al. A Systematic Review and Meta-analysis of Functional Outcomes and Complications Following Transurethral Procedures for Lower Urinary Tract Symptoms Resulting from Benign Prostatic Obstruction. Eur Urol 2015;67:1066–1096.
  4. Omar MI, et al. Systematic Review and Meta-analysis of the Clinical Effectiveness of Bipolar Compared with Monopolar Transurethral Resection of the Prostate (TURP). BJU Int 2014;113:24–35.
  5. Mamoulakis C, et al. Bipolar versus Monopolar Transurethral Resection of the Prostate: Evaluation of a Long-term Follow-up. Eur Urol 2009;56:508–514.

Der Inhalt dieser Seite dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine individuelle urologische Beurteilung. Die TURiS ist nicht für jeden Patienten geeignet – die Wahl des Eingriffs hängt von Prostatavolumen und -anatomie, Blasenfunktion, Blutungsrisiko, Begleiterkrankungen und den Prioritäten des Patienten ab. Medizinische Begutachtung durch Dr. Marinos Vasilas.

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