Klinische Erfahrung: Die Bedeutung des sofortigen Handelns
“Ein Prostataabszess sollte immer in unserer Differenzialdiagnose berücksichtigt werden, wenn ein Mann mit einer Infektion nicht wie erwartet auf die Behandlung anspricht. Dies ist keine Erkrankung, die man einfach ‘nur beobachtet’. Die Erfahrung zeigt, dass die frühzeitige Erkennung mittels Ultraschall und die sofortige Drainage (wenn indiziert) dem Patienten unmittelbare Erleichterung verschaffen und äußerst gefährliche systemische Komplikationen wie die Urosepsis verhindern.”
Was ist ein Prostataabszess und wodurch wird er verursacht?
Wenn eine bakterielle Infektion des unteren Harntrakts nicht ausreichend kontrolliert wird, bildet sich eine mit Eiter gefüllte Höhle innerhalb der Drüse. Dieser Zustand kann unilokulär (eine einzelne Kammer) oder multilokulär (mit mehreren Kammern) sein und sich zentral oder peripher befinden.
Wodurch wird er verursacht?
Die am häufigsten isolierten Erreger sind gramnegative Bakterien wie E. coli, Klebsiella und Pseudomonas, während in einigen Fällen auch Staphylococcus aureus beteiligt sein kann.
Risikofaktoren: Wer ist besonders gefährdet?
Ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Prostataabszesses haben vor allem Männer mit bestimmten Vorbelastungen:
- Patienten mit Diabetes mellitus oder Immunsuppression.
- Männer mit einem Dauerkatheter.
- Vorgeschichte einer kürzlichen Prostatabiopsie oder anderer urologischer Eingriffe (Instrumentation).
- Harnabflussstörung aufgrund einer benignen Prostatahyperplasie.
- Vorgeschichte chronischer Harnwegsinfektionen.
Symptome: Wann ist eine sofortige ärztliche Abklärung nötig?
Die Symptome ähneln häufig denen einer akuten Prostatitis, sind jedoch ausgeprägter. Sie umfassen:
- Hohes Fieber (häufig mit starkem Schüttelfrost).
- Schmerzen im Damm, Becken oder Unterbauch.
- Dysurie (starkes Brennen beim Wasserlassen).
- Pollakisurie, Harndrang und ein sehr schwacher Harnstrahl.
- Allgemeines Krankheitsgefühl oder Erschöpfung.
Notfall
Suchen Sie sofort einen Urologen oder eine Notaufnahme auf, wenn Sie nicht mehr Wasser lassen können (Harnverhalt), Blut im Urin bemerken, unter Verwirrtheit leiden, oder wenn die Infektion unter der anfänglichen Antibiotikatherapie keine Besserung zeigt.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die Diagnose basiert auf der Kombination aus Anamnese, klinischer Untersuchung, Labordiagnostik und Bildgebung, streng nach den Leitlinien der Europäischen Urologischen Gesellschaft (EAU).
Wichtig: Die EAU betont ausdrücklich, dass in der akuten Phase keine kräftige Prostatamassage durchgeführt werden darf, da ein Bakteriämie-Risiko besteht.
1. Klinische Untersuchung
Beurteilung der Symptome und vorsichtige digitale rektale Untersuchung. Bei der Palpation kann ein druckschmerzhafter, geschwollener Bereich oder eine fluktuierende Ansammlung festgestellt werden.
2. Labordiagnostik
Urinanalyse und Urinkultur, Blutuntersuchungen (Leukozyten, CRP) und Blutkulturen bei schweren Verläufen.
3. Transrektaler Ultraschall (TRUS)
Dies ist die nützlichste Erstuntersuchung zum Nachweis einer intraprostatischen Ansammlung. Sie zeigt die Lage, Größe und ob die Ansammlung uni- oder multilokulär ist. Sie wird auch zur Steuerung der Drainage eingesetzt.
4. CT / MRT
Diese kommen zum Einsatz, wenn die Diagnose unklar ist oder der Verdacht auf eine Ausbreitung der Infektion über die Prostata hinaus besteht.
Therapie des Prostataabszesses
Die Behandlung wird individuell angepasst — abhängig von der Größe des Abszesses (uni- oder multilokulär), dem Allgemeinzustand des Patienten und dem Ansprechen auf die Medikation.
1. Antibiotikatherapie
Antibiotika sind absolut unverzichtbar. Die Auswahl richtet sich nach dem klinischen Bild und den Kulturergebnissen. In schwereren Fällen wird eine intravenöse Therapie eingeleitet. Bei sehr kleinen Abszessen und Patienten mit gutem klinischem Zustand kann die Antibiotikatherapie (unter engmaschiger Kontrolle) ausreichen.
2. Drainage des Abszesses
Bei vielen Patienten ist die Entfernung des Eiters der entscheidende Schritt zur Heilung. Die Techniken umfassen:
- Transrektale oder transperineale Aspiration (unter TRUS-Steuerung). Diese Verfahren haben ein ausgezeichnetes Sicherheitsprofil.
- Transurethrale Inzision / Drainage (bevorzugt bei komplexeren oder multilokulierten Abszessen).
3. Supportive Behandlung
Dazu gehören stationäre Aufnahme, Flüssigkeitszufuhr, Schmerz- und Fiebermanagement sowie die Behandlung eines eventuellen Harnverhalts (z. B. suprapubischer Katheter, wenn ein Harnröhrenkatheter kontraindiziert ist).
Genesung, Nachsorge & mögliche Komplikationen
Der Patient benötigt eine engmaschige Nachsorge bis zur klinischen Besserung, Normalisierung der Entzündungswerte und bildgebenden Bestätigung, dass der Abszess sich zurückgebildet hat.
Ohne adäquate Behandlung kann die Erkrankung zu folgenden Komplikationen führen:
- Urosepsis (systemische Infektion — lebensbedrohlich).
- Ausbreitung der Infektion auf benachbarte Organe.
- Rezidiv des Abszesses oder anhaltende Beschwerden.
Häufig gestellte Fragen zum Prostataabszess
Ist ein Prostataabszess dasselbe wie eine Prostatitis?
Nein. Die Prostatitis ist eine Entzündung der Prostata. Ein Abszess ist die Bildung einer mit Eiter gefüllten Höhle innerhalb der Prostata, in der Regel als Komplikation einer akuten bakteriellen Prostatitis.
Kann er allein mit Antibiotika abheilen?
Einige kleine, sorgfältig ausgewählte Ansammlungen können auf Antibiotika allein ansprechen. Viele Fälle erfordern jedoch eine interventionelle Drainage. Die Entscheidung wird nach der Ultraschalluntersuchung getroffen.
Welche Untersuchung zeigt den Abszess am besten?
Der transrektale Ultraschall (TRUS) ist die nützlichste Erstuntersuchung. Bei Zweifeln oder Verdacht auf eine Ausbreitung außerhalb der Prostata wird eine CT oder MRT eingesetzt.
Ist es ein Notfall?
Ja. Besonders bei hohem Fieber, Harnverhalt oder Erschöpfungszeichen ist das Risiko einer Urosepsis real und eine sofortige urologische Abklärung erforderlich.
Vereinbaren Sie Ihren Termin auf Rhodos
Der Schlüssel zur Behandlung eines Prostataabszesses ist der rasche klinische Verdacht. Wenn Sie unter einer urologischen Infektion leiden, die sich nicht bessert, kontaktieren Sie uns umgehend für eine umfassende Abklärung.
Wissenschaftliche Quellen (Referenzen)
- EAU Guidelines on Urological Infections — uroweb.org
- PubMed (NIH): Prostatic Abscess – Diagnosis and Management — pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
Lernen Sie den Arzt kennen

Dr. Marinos Vasilas, Facharzt für Urologie & Andrologie
Dr. Marinos Vasilas betreibt eine hochmoderne urologische Praxis auf Rhodos und bietet spezialisierte Behandlung akuter urologischer Fälle und Harnwegsinfektionen. Sein klinischer Ansatz basiert streng auf den neuesten Leitlinien der Europäischen Urologischen Gesellschaft (EAU).
Vollständigen Lebenslauf lesen




