Was die DRU klinisch beurteilt
Mit der DRU werden beurteilt:
- Prostatagröße (annähernd)
- Konsistenz (weich/elastisch gegenüber hart)
- Symmetrie der Lappen
- das Vorhandensein von Knoten oder fokaler Verhärtung
- Druckschmerzhaftigkeit bei der Palpation (z. B. mögliche Entzündung)
Die Untersuchung beurteilt vor allem den hinteren Teil der Drüse, daher schließt ein normaler Befund eine Pathologie nicht vollständig aus.
Bild mit geringem Verdacht
Glatte, elastische Konsistenz, ohne Knoten, ohne fokale Verhärtung.
Grenzwertiger Verdacht
Leichte Asymmetrie oder ein zweifelhafter Bereich, der eine Korrelation mit PSA und häufig eine Bildgebung erfordert.
Bild mit hohem Verdacht
Ein harter Knoten, eine eindeutige Asymmetrie oder ein fixierter bzw. besonders harter Bereich erfordern eine sofortige Abklärung.
Wann sie besonders nützlich ist
Die DRU ist besonders wichtig, wenn:
- der PSA-Wert erhöht oder grenzwertig ist
- bei einem Mann mittleren oder höheren Alters Symptome des unteren Harntrakts bestehen
- eine erste urologische Risikobeurteilung für Prostatakrebs erfolgt
- eine klinische Verlaufskontrolle bei bereits bekannter Prostataerkrankung erforderlich ist
Die kombinierte Anwendung von DRU und PSA verbessert die klinische Genauigkeit gegenüber jeder Methode allein.
Technik, Sicherheit und Grenzen der Methode
Die Untersuchung dauert nur wenige Sekunden und wird mit Handschuh und Gleitmittel durchgeführt.
- sie ist schnell und kostengünstig
- sie erfordert keine besondere Vorbereitung
- ihre Einschränkung besteht darin, dass sie nicht die gesamte Prostata „sieht"
Ihre Befunde müssen daher stets zusammen mit der Anamnese, dem PSA-Wert und, wo indiziert, mit mpMRT/Biopsie interpretiert werden.
Was sie für den nächsten diagnostischen Schritt bedeutet
Orientierender Algorithmus:
- normale DRU + niedriger PSA: meist Verlaufskontrolle
- zweifelhafte DRU + grenzwertiger PSA: erneute PSA-Kontrolle und Risikostratifizierung
- verdächtige DRU unabhängig vom PSA-Wert: starke Indikation für eine weiterführende Abklärung (häufig mpMRT ± Biopsie)
Entscheidend ist die Individualisierung anhand von Alter, Familienanamnese und Gesamtrisiko.






