Kreatinin und eGFR: richtig gelesen
Das isolierte Kreatinin hat Grenzen, da es von Muskelmasse und anderen Faktoren beeinflusst wird.
Die eGFR bietet eine funktionellere Einschätzung und ermöglicht die Stadieneinteilung einer chronischen Nierenerkrankung.
Vereinbar mit normaler Funktion
Stabile eGFR ohne begleitende pathologische Urin- oder Bildgebungsbefunde.
Mäßige Funktionsbeeinträchtigung
Erfordert engmaschigere Kontrolle und Anpassung der Behandlungsoptionen.
Schwere Funktionseinschränkung
Erfordert eine dringende, systematische nephrologische und urologische Beurteilung.
Wann sie in der Urologie entscheidend ist
Insbesondere bei:
- obstruktiver Uropathie
- Steinleiden mit möglicher Nierenbeeinträchtigung
- präoperativer Abklärung
- Auswahl kontrastmittelgestützter Bildgebung
- Anpassung von Medikamentendosierungen
Verlaufsdynamik und klinische Entscheidung
Der Verlauf über die Zeit ist von großem Wert:
- allmählicher Anstieg: mögliche chronische Verschlechterung
- plötzlicher Anstieg: mögliche akute Nierenschädigung
- Besserung nach Entlastung: Hinweis auf Reversibilität
Praktische Auswirkungen auf die Behandlung
Die Nierenfunktion beeinflusst:
- die Wahl und Dosierung von Antibiotika
- die Sicherheit kontrastmittelgestützter Bildgebung
- die Planung von Eingriffen
Kreatinin ist daher keine „Routineuntersuchung", sondern ein entscheidender Faktor der klinischen Planung.






