Harnkatheteranlage

Harnkatheteranlage (Foley): Harnableitung bei Harnverhalt oder nach Operationen. Urologe auf Rhodos – Dr. Vasilas.

Τοποθέτηση ουρολογικού καθετήρα Foley στη Ρόδο
Dr. Marinos Vasilas30. April 202613 Min. Lesezeit

Kurzantwort

Ein Harnkatheter wird in die Blase eingeführt, um Urin abzuleiten, wenn eine normale Blasenentleerung nicht möglich oder nicht ausreichend ist — am häufigsten bei akutem Harnverhalt oder nach Operationen. Der transurethrale (Foley-)Katheter ist der häufigste Typ; als Alternativen stehen der suprapubische Katheter oder der intermittierende Selbstkatheterismus (ISK) zur Verfügung. Ein Katheter ist eine vorübergehende Maßnahme, keine Heilung — die zugrunde liegende Ursache muss immer abgeklärt werden. Nicht jede positive Urinkultur bei einem katheterisierten Patienten bedeutet eine behandlungsbedürftige Infektion.

Mein klinischer Ansatz

Der Blasenkatheter ist eines der einfachsten Instrumente der Urologie — und gleichzeitig eines der am häufigsten missverstandenen. Der größte Fehler, den ich in der klinischen Praxis sehe, ist nicht das Einlegen selbst, sondern zwei gegensätzliche Extreme: Entweder bleibt der Katheter deutlich länger als nötig „zur Sicherheit“ liegen, oder es werden bei jeder positiven Urinkultur Antibiotika verschrieben, selbst wenn der Patient keinerlei Symptome hat.

Das Prinzip, das ich verfolge, ist klar: ein Katheter nur bei klarer Indikation, für die kürzestmögliche notwendige Zeit, wobei stets aktiv nach der zugrunde liegenden Ursache des Harnverhalts gesucht wird — damit der Patient nicht ohne Grund dauerhaft vom Katheter abhängig bleibt.

Wichtige Klarstellung: Die aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU) zu urologischen Infektionen haben den Umgang mit Bakteriurie bei katheterisierten Patienten deutlich verändert — jede positive Kultur ohne Symptome zu behandeln, gilt heute als nicht sachgerechte Praxis. Dies wird weiter unten ausführlich erklärt.

Was ist ein Harnkatheter

Ein Harnkatheter ist ein dünner, flexibler Schlauch, der in die Blase eingeführt wird, um Urin abzuleiten — entweder durch die Harnröhre (transurethral) oder durch eine kleine Öffnung in der unteren Bauchdecke (suprapubisch). Er wird eingesetzt, wenn ein Patient nicht spontan Wasser lassen kann (akuter Harnverhalt), wenn eine genaue Überwachung der Urinausscheidung nötig ist, oder zur langfristigen Blasenentleerung bei bestimmten Erkrankungen.

Größe
Gemessen in French (Fr) — typischerweise 12–18 Fr für die transurethrale Anlage. Die passende Größe wird vom Arzt je nach Indikation gewählt.
Material
Latex (kurzfristiger Gebrauch), Silikon oder silikonbeschichtetes Latex (langfristiger Gebrauch, geringere Verkrustungsneigung).
Lumentyp
Einlumig (Einmalkatheter / ISK), zweilumig (Foley, mit Ballon), dreilumig (postoperative Blasenspülung).

Kathetertypen

Foley-Katheter (transurethral, verweilend)

Der am häufigsten verwendete Typ. Er besitzt einen Rückhalteballon, der in der Blase aufgeblasen wird, damit er nicht herausrutscht. Wird bei akutem Harnverhalt, nach Operationen oder zur Überwachung der Urinausscheidung bei schwerkranken Patienten eingesetzt.

Nelaton-/Tiemann-Katheter (Einmalgebrauch)

Ohne Ballon. Wird eingeführt, entleert die Blase und wird sofort wieder entfernt. Für die einmalige Entleerung oder den intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK) verwendet. Der Tiemann-Katheter hat eine gebogene Spitze, nützlich bei schwierigem Katheterismus infolge einer vergrößerten Prostata.

Suprapubischer Katheter

Wird durch eine kleine Öffnung in der unteren Bauchdecke direkt in die Blase gelegt, unter Ultraschallkontrolle. Wird bevorzugt, wenn ein transurethraler Katheterismus nicht möglich oder nicht sicher ist (z. B. ausgeprägte Harnröhrenstriktur, Verdacht auf Harnröhrentrauma).

Intermittierender Selbstkatheterismus (ISK)

Der Patient (oder eine Pflegeperson) führt regelmäßig einen Einmalkatheter ein, entleert die Blase vollständig und entfernt ihn sofort wieder — ohne dauerhaft liegenden Schlauch. Gilt für den langfristigen Ableitungsbedarf im Allgemeinen als vorzuziehen gegenüber einem Dauerkatheter, sofern der Patient dazu in der Lage ist.

Wann ein Katheter nötig ist

Akuter Harnverhalt

Plötzliche Unfähigkeit, Wasser zu lassen, die eine sofortige Blasenentleerung erfordert.

Postoperative Überwachung

Genaue Messung der Urinausscheidung nach Operationen oder bei schwerkranken Patienten.

Neurogene Blase

Unvollständige Blasenentleerung infolge einer neurologischen Schädigung — meist wird der intermittierende Selbstkatheterismus einem Dauerkatheter vorgezogen.

Chronischer Harnverhalt

Erhebliche Restharnmenge mit Symptomen oder Risiko für den Harntrakt.

Blasenspülung

Nach endoskopischen Eingriffen (z. B. transurethraler Resektion), um eine Verstopfung durch Blutgerinnsel zu vermeiden.

Harnröhrenstriktur oder -trauma

Wenn ein transurethraler Katheterismus nicht möglich oder nicht sicher ist — ein suprapubischer Katheter wird bevorzugt.

Genauigkeit bei urodynamischer Untersuchung

Vorübergehende Anlage während spezialisierter diagnostischer Untersuchungen.

Unfähigkeit zur Blasenkontrolle bei schwerkranken Patienten

Bei ausgewählten Patienten mit schwerer Behinderung oder in der palliativen Versorgung.

Wie ein Foley-Katheter gelegt wird

Die Anlage erfolgt unter aseptischen Bedingungen:

01Reinigung des Harnröhrenbereichs mit einer antiseptischen Lösung.
02Anwendung eines Betäubungsgels (Lidocain) in der Harnröhre mit kurzer Einwirkzeit.
03Vorsichtiges, kontrolliertes Einführen des Katheters — niemals mit Gewalt.
04Bestätigung der korrekten Lage durch das Auftreten von Urinfluss.
05Füllen des Rückhalteballons mit sterilem Wasser.
06Vorsichtiges Zurückziehen, bis der Ballon am Blasenhals anliegt.
07Anschluss an ein geschlossenes Ableitungssystem.

Bei Männern: Die Harnröhre ist deutlich länger als bei Frauen, was den Vorgang erschweren kann, insbesondere bei benigner Prostatahyperplasie. Bei Schwierigkeiten ist die Antwort niemals, stärker zu drücken — siehe nächster Abschnitt.

Schwieriger Katheterismus & Sicherheit

Ein Katheterismus darf niemals mit Gewalt durchgeführt werden. Trifft der Katheter auf Widerstand, ist die richtige Reaktion ein Wechsel der Technik (z. B. ein Katheter mit gebogener Spitze) durch einen erfahrenen Kliniker oder die Überweisung an einen Urologen zur endoskopischen Führung — nicht wiederholte Versuche mit mehr Druck, die eine ernsthafte Verletzung der Harnröhre verursachen können.

Wann kein blinder transurethraler Katheterismus versucht werden darf:

  • Kürzliches Beckentrauma oder Dammverletzung
  • Blut am Harnröhrenausgang
  • Ausgedehntes Skrotal- oder Dammhämatom
  • Hochstehende oder nicht tastbare Prostata bei der rektalen Untersuchung nach einem Trauma

In diesen Situationen ist vor jedem Katheterisierungsversuch eine sofortige urologische Untersuchung erforderlich.

Suprapubischer Katheter

Ein suprapubischer Katheter wird perkutan durch eine kleine Öffnung in der suprapubischen Bauchdecke direkt in die Blase eingeführt, unter örtlicher Betäubung und Ultraschallkontrolle.

Er wird als Alternative zu einem transurethralen Katheter erwogen bei:

  • Harnröhrenstriktur oder Verdacht auf Harnröhrentrauma
  • Unfähigkeit, einen transurethralen Katheter sicher zu legen
  • Langfristigem Ableitungsbedarf, wenn ISK nicht möglich ist
  • Eingriffen, bei denen die Harnröhre frei bleiben muss

Die Einstichstelle benötigt eine tägliche Reinigung. Duschen ist grundsätzlich unbedenklich. Der Wechsel des suprapubischen Katheters erfolgt, ebenso wie beim transurethralen, nicht nach einem festen „einheitlichen“ Zeitplan, sondern individuell.

Intermittierender Selbstkatheterismus (ISK)

Beim intermittierenden Selbstkatheterismus führt der Patient (oder eine Pflegeperson) regelmäßig einen Einmalkatheter ein, entleert die Blase vollständig und entfernt ihn sofort wieder — ohne dauerhaft liegenden Schlauch. Die Häufigkeit wird vom Urologen individuell anhand der Blasenkapazität und der Restharnmenge festgelegt.

Hydrophil beschichtete Einmalkatheter haben laut EAU-Leitlinien nachweislich ein geringeres Harnwegsinfektionsrisiko als Standard-PVC-Katheter beim ISK und werden, wo verfügbar, bevorzugt.

Der ISK erfordert Training, manuelle Geschicklichkeit und die kognitive Fähigkeit des Patienten (oder einer verfügbaren Pflegeperson) — daher wird die Eignung individuell beurteilt.

Katheterpflege zu Hause

Persönliche Hygiene

Tägliche Reinigung des Harnröhrenbereichs oder der suprapubischen Einstichstelle mit Wasser und milder Seife.

Geschlossenes Ableitungssystem

Halten Sie den Beutel stets unterhalb des Blasenniveaus, um einen Rückfluss zu verhindern. Öffnen Sie das geschlossene System nicht ohne Grund — dies erhöht das Infektionsrisiko deutlich.

Flüssigkeitszufuhr

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, sofern nicht von Ihrem behandelnden Arzt aufgrund einer Begleiterkrankung (z. B. Herz- oder Niereninsuffizienz) anders angeordnet.

Beweglichkeit

Normale Bewegung ist unbedenklich, achten Sie darauf, dass der Schlauch nicht abknickt oder gespannt wird. Verwenden Sie einen Beinbeutel mit Haltegurt.

Nachtbeutel

Vor dem Schlafengehen an einen größeren Nachtbeutel anschließen, ohne dass ein Aufwachen zum Entleeren nötig ist.

Bakteriurie vs. echte Infektion (CAUTI)

Dies ist vielleicht der am häufigsten missverstandene Aspekt des Katheterismus. Fast alle Patienten mit einem Dauerkatheter entwickeln früher oder später eine katheterassoziierte asymptomatische Bakteriurie — also Bakterien in der Urinkultur ohne jegliche Symptome. Laut den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU) zu urologischen Infektionen sollte dieser Zustand nicht routinemäßig mit Kulturen gesucht und nicht mit Antibiotika behandelt werden, außer in bestimmten Situationen (z. B. vor invasiven Eingriffen, die die Schleimhaut durchbrechen, etwa der transurethralen Prostataresektion).

Im Gegensatz dazu wird eine echte katheterassoziierte Harnwegsinfektion (CAUTI) durch das Vorhandensein von Symptomen definiert — Fieber, Schüttelfrost, Krankheitsgefühl, Flankenschmerzen oder eine veränderte geistige Verfassung bei älteren Patienten — zusammen mit einer positiven Kultur. Nur dann ist eine antibiotische Behandlung gerechtfertigt.

Wichtig: Laut EAU-Leitlinien sollte das Vorhandensein oder Fehlen von trübem oder übelriechendem Urin allein nicht zur Unterscheidung zwischen Bakteriurie und echter Infektion verwendet werden — ebenso wenig das alleinige Vorhandensein weißer Blutkörperchen im Urin (Pyurie). Das gesamte klinische Bild entscheidet über die Behandlungsnotwendigkeit.

Mögliche Komplikationen

Häufig

Katheterassoziierte Harnwegsinfektion (CAUTI)

Das Risiko steigt mit der Verweildauer des Katheters. Die Dauer ist der wichtigste Risikofaktor — deshalb sollte der Katheter nur so lange wie unbedingt nötig liegen bleiben.

Häufig

Blasenspasmus

Ein Dranggefühl um den Katheter herum, oft durch Reizung durch den Ballon oder die Katheterspitze.

Häufig

Katheterverstopfung ("Bypass")

Durch ein Gerinnsel, Sediment oder ein Abknicken des Schlauchs — erfordert eine Abklärung, nicht einfach einen größeren Ballon.

Selten, aber ernst

Harnröhrenverletzung

Durch gewaltsame oder wiederholte Einführversuche — deshalb wird niemals Gewalt angewendet (siehe Abschnitt zum schwierigen Katheterismus).

Langfristig

Verkrustung des Lumens

Salzkristallbildung, häufiger bei Patienten mit ureasebildenden Bakterien — erfordert individuelle Überwachung und Austausch bei Bedarf, nicht einen festen einheitlichen Zeitplan.

Katheterentfernung & Auslassversuch (TWOC)

Sobald die Ursache des akuten Harnverhalts stabilisiert ist, wird der Katheter geplant entfernt — bekannt als Auslassversuch (Trial Without Catheter, TWOC) — mit anschließender Beobachtung, ob der Patient spontan Wasser lassen kann.

Bei Männern mit akutem Harnverhalt aufgrund einer benignen Prostatahyperplasie verbessert die Gabe eines Alphablockers vor dem TWOC laut EAU-Leitlinien die Erfolgschancen einer spontanen Blasenentleerung. Schlägt der TWOC fehl, werden eine erneute Katheteranlage und eine weitere Abklärung der zugrunde liegenden Ursache erwogen (z. B. Prostatagröße, Funktion des Detrusormuskels).

Wann Sie sich sofort melden sollten

Melden Sie sich sofort, wenn Sie Folgendes bemerken:

  • Fieber, Schüttelfrost oder starkes Krankheitsgefühl — möglicher Hinweis auf eine echte katheterassoziierte Infektion (CAUTI)
  • Deutliche Blutung im Urin oder Katheter (über eine leichte anfängliche rosa Verfärbung hinaus)
  • Kein Urinfluss aus dem Katheter über mehrere Stunden
  • Anhaltendes Vorbeilaufen von Urin am Katheter ("Bypass")
  • Starke Bauchschmerzen oder Blasenspasmen, die nicht nachlassen
  • Unfähigkeit, nach Entfernung des Katheters spontan Wasser zu lassen
  • Rötung, Schwellung oder Ausfluss an der Einstichstelle eines suprapubischen Katheters
  • Blut am Harnröhrenausgang oder ein kürzliches Beckentrauma in der Vorgeschichte vor jedem Katheterisierungsversuch

Der Behandlungsweg

01

Akutes Ereignis oder Indikation

Unfähigkeit, Wasser zu lassen, postoperativer Bedarf oder Abklärung einer zugrunde liegenden Erkrankung.

02

Katheteranlage

Auswahl des geeigneten Typs (Foley, suprapubisch oder ISK) je nach klinischem Bild.

03

Stabilisierung & Pflege

Sachgerechte Pflege, kürzestmögliche notwendige Dauer, Vermeidung unnötiger Antibiotikagabe.

04

Abklärung der zugrunde liegenden Ursache

Untersuchung von Prostata, Harnröhre und Blasenfunktion — damit der Katheter nicht ohne Grund zur „Lösung“ wird.

05

Entfernung oder endgültige Behandlung

TWOC mit oder ohne Alphablocker, oder Planung einer endgültigen Operation/Behandlung der zugrunde liegenden Ursache.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist ein Harnkatheter und wann wird er benötigt?

Ein Harnkatheter ist ein dünner Schlauch, der in die Blase eingeführt wird, um Urin abzuleiten, wenn eine normale Blasenentleerung nicht möglich oder nicht ausreichend ist — am häufigsten bei akutem Harnverhalt, nach Operationen oder zur genauen Überwachung der Urinausscheidung. Er ist keine endgültige Behandlung, sondern eine Übergangslösung, bis die zugrunde liegende Ursache behandelt ist.

Muss ein langfristiger Katheter nach einem festen Zeitplan gewechselt werden?

Es gibt kein einheitliches, für alle Patienten „richtiges“ Wechselintervall. Das passende Intervall hängt vom Kathetermaterial (Silikon versus Latex), den Herstellerangaben, der individuellen Neigung zu Verkrustungen und dem klinischen Gesamtbild ab — es wird vom Urologen individuell festgelegt, nicht anhand einer festen Wochenzahl. Die EAU-Leitlinien weisen ausdrücklich darauf hin, dass langfristige Dauerkatheter nicht routinemäßig nach einem starren, einheitlichen Schema gewechselt werden sollten.

Bedeutet jede positive Urinkultur bei einem katheterisierten Patienten, dass Antibiotika nötig sind?

Nein. Fast alle Patienten mit einem Dauerkatheter entwickeln früher oder später eine katheterassoziierte asymptomatische Bakteriurie — also Bakterien im Urin ohne jegliche Symptome. Laut den EAU-Leitlinien zu urologischen Infektionen sollte dies nicht mit Antibiotika behandelt werden, da dies das Resistenzrisiko erhöht, ohne einen echten Nutzen zu bringen. Eine Behandlung ist nur bei einer echten katheterassoziierten Harnwegsinfektion (CAUTI) gerechtfertigt — also wenn Symptome wie Fieber, Schüttelfrost oder Flankenschmerzen zusammen mit einer positiven Kultur auftreten.

Bedeuten trüber oder übelriechender Urin eine Infektion?

Nicht zwangsläufig. Laut EAU-Leitlinien sollte das Vorhandensein oder Fehlen von trübem oder übelriechendem Urin allein nicht zur Unterscheidung zwischen einfacher Bakteriurie und echter Infektion verwendet werden. Entscheidend sind systemische Symptome (Fieber, Schüttelfrost, Krankheitsgefühl) oder neue lokale Beschwerden nach Entfernung des Katheters.

Welcher Kathetertyp hat das geringste Infektionsrisiko — transurethral, suprapubisch oder Selbstkatheterismus (CIC)?

Für den kurzfristigen Gebrauch gibt es keine starke Evidenz, dass ein suprapubischer Katheter eindeutig weniger Infektionen verursacht als ein transurethraler — die Datenlage ist uneinheitlich. Suprapubische Katheter sind jedoch mit weniger urethralen Komplikationen verbunden. Für einen langfristigen Ableitungsbedarf gilt der intermittierende Selbstkatheterismus (ISK) im Allgemeinen als vorzuziehen gegenüber einem Dauerkatheter, sofern der Patient dazu in der Lage ist.

Ist das Legen eines Katheters schmerzhaft?

Vor dem Einführen wird ein lokales Anästhesiegel angewendet, sodass der Vorgang nicht stark schmerzhaft sein sollte — ein vorübergehendes Unbehagen ist möglich, insbesondere bei Männern aufgrund der längeren Harnröhre. Starke Schmerzen beim Einführen sind ein Zeichen, den Vorgang zu stoppen und die Technik zu überdenken, nicht ihn mit Druck fortzusetzen.

Was passiert, wenn der Katheter beim Einführen nicht leicht vorgeschoben werden kann?

Es darf niemals Gewalt angewendet werden. Schwierigkeiten beim Einführen können auf eine Harnröhrenstriktur, eine vergrößerte Prostata oder einen Schließmuskelspasmus zurückzuführen sein. In diesem Fall sollte ein erfahrener Kliniker eine alternative Technik (z. B. einen Katheter mit gebogener Spitze) versuchen oder an einen Urologen zur endoskopischen Führung oder für einen suprapubischen Katheter überweisen — niemals wiederholte gewaltsame Versuche.

Wann sollte an ein Harnröhrentrauma gedacht und auf einen blinden transurethralen Katheterismus verzichtet werden?

Bei einem Patienten mit kürzlichem Beckentrauma oder Dammverletzung sind Blut am Harnröhrenausgang, ein ausgedehntes Skrotal- oder Dammhämatom oder eine ungewöhnlich positionierte, nicht tastbare Prostata bei der rektalen Untersuchung Warnzeichen für eine mögliche Harnröhrenverletzung. In diesen Fällen darf kein blinder transurethraler Katheterismus versucht werden; eine sofortige urologische Untersuchung ist erforderlich.

Was ist ein Auslassversuch (TWOC) nach akutem Harnverhalt?

Ein Auslassversuch (Trial Without Catheter, TWOC) ist die geplante Entfernung des Katheters mit anschließender Beobachtung, ob der Patient spontan Wasser lassen kann. Bei Männern mit akutem Harnverhalt aufgrund einer benignen Prostatahyperplasie verbessert die Gabe eines Alphablockers vor dem TWOC laut EAU-Leitlinien die Erfolgschancen einer spontanen Blasenentleerung.

Ist bei jedem Einsetzen oder Entfernen eines Katheters eine vorbeugende Antibiotikagabe nötig?

Nein, nicht als generelle Regel. Die EAU-Leitlinien empfehlen keine routinemäßige Antibiotikaprophylaxe bei jedem Einsetzen, Entfernen oder Wechseln eines Katheters, noch beim intermittierenden Selbstkatheterismus, da dies das Risiko resistenter Keime ohne durchgängigen Nutzen erhöht. Ausnahmen bestehen für bestimmte Situationen vor invasiven urologischen Eingriffen, die die Schleimhaut durchbrechen.

Wie pflege ich den Katheter und den Auffangbeutel zu Hause?

Tägliche Hygiene des Bereichs mit Wasser und milder Seife, der Beutel sollte immer unterhalb des Blasenniveaus gehalten werden, um einen Rückfluss zu verhindern, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, sofern nicht aus anderen medizinischen Gründen eingeschränkt, und Vermeidung eines unnötigen Öffnens des geschlossenen Systems — ein geschlossenes Ableitungssystem senkt das Infektionsrisiko deutlich.

Welche Katheter senken das Infektionsrisiko beim Selbstkatheterismus?

Hydrophil beschichtete Einmalkatheter haben laut EAU-Leitlinien nachweislich ein geringeres Harnwegsinfektionsrisiko als Standard-PVC-Katheter beim intermittierenden Selbstkatheterismus und werden, wo verfügbar, bevorzugt.

Löst ein Katheter das Problem des Harnverhalts dauerhaft?

Nein. Der Katheter leitet die Blase vorübergehend ab, behandelt jedoch nicht die zugrunde liegende Ursache des Harnverhalts (z. B. benigne Prostatahyperplasie, Harnröhrenstriktur, neurogene Blase oder eine gestörte Detrusorkontraktilität). Nach der Stabilisierung sollte die zugrunde liegende Ursache vollständig abgeklärt werden, damit eine endgültige Behandlung erwogen werden kann.

Darf ich mit einem Katheter duschen oder baden?

Ja, Duschen ist sowohl mit transurethralem als auch mit suprapubischem Katheter grundsätzlich unbedenklich. Bei einem suprapubischen Katheter sollte die Einstichstelle danach gut getrocknet werden.

Was bedeutet ein Vorbeilaufen ("Bypass") am Katheter?

Damit ist Urinaustritt am Katheter vorbei gemeint, meist aufgrund eines Blasenspasmus, einer Verstopfung des Lumens durch ein Gerinnsel oder Sediment, oder eines unverhältnismäßig großen Ballons. Dies erfordert eine urologische Abklärung — es wird nicht einfach durch einen größeren Ballon gelöst, was das Problem verschlimmern kann.

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Quellenverzeichnis

  1. EAU-Leitlinien zu urologischen Infektionen 2026 — Katheterassoziierte Harnwegsinfektion, Abschnitt 3.8 — uroweb.org
  2. EAU-Leitlinien zum Management nicht-neurogener männlicher LUTS 2026 — Akuter Harnverhalt und Alphablocker vor TWOC — uroweb.org
  3. EAU-Leitlinien zu nicht-neurogenen männlichen LUTS 2026 — Unteraktive Blase und intermittierender Katheterismus, Abschnitt 5.7 — uroweb.org
  4. CDC-Leitlinie zur Prävention katheterassoziierter Harnwegsinfektionen — cdc.gov

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