Minimalinvasive Steinbehandlung
High-Power-Laser-Lithotripsie & PCNL
Die moderne Endourologie bietet minimalinvasive Verfahren zur Behandlung von Steinen in Niere, Harnleiter und Blase. Ureteroskopie, RIRS, High-Power-Laser-Lithotripsie und perkutane Nephrolithotomie (PCNL) ermöglichen eine individuelle Behandlung je nach Größe, Lage, Anatomie und Komplexität der Steinerkrankung.

Modernste Technologie zur Steinbehandlung
Die initiale Abklärung der Steinerkrankung — Bildgebung, Labordiagnostik und klinische Untersuchung — erfolgt in unserer Praxis auf Rhodos. Ist eine endoskopische oder perkutane Behandlung indiziert, wird der Eingriff bei LEFKOS STAVROS – The Athens Clinic organisiert, wo ein spezialisiertes Urologisches Zentrum mit vollständiger endourologischer Ausstattung neuester Generation zur Verfügung steht.
Die Wahl der Technik — Ureteroskopie, RIRS, PCNL oder ECIRS — wird individuell nach Größe, Lage und Zusammensetzung des Steins sowie der Anatomie des Patienten festgelegt.
Verfügbare Endourologische Ausstattung
DORNIER MEDILAS H-140
High-Power-Holmium-Laser
Flexible Endoskope
Ureterorenoskope Neuester Generation
Röntgendurchleuchtung
Perkutaner Zugang für PCNL
Das Spektrum der Modernen Steinbehandlung
Diese Reihenfolge stellt keinen verpflichtenden Behandlungsweg dar. Die geeignete Technik wird individuell anhand der Steincharakteristika und der Anatomie des Patienten ausgewählt.
DORNIER MEDILAS H-140 — High-Power-Holmium-Laser
Der Hochleistungs-Holmium-Laser wird zur endoskopischen Zertrümmerung und zum Dusting von Steinen eingesetzt und überträgt Energie über dünne Laserfasern, die durch starre oder flexible Endoskope geführt werden.
Präzision
Kontrollierte Abgabe der Laserenergie direkt auf den Stein.
Dusting
Zertrümmerung in sehr kleine Partikel, sofern klinisch angemessen.
Flexibler Einsatz
Anwendung über flexible Endoskope während der RIRS.
Vielseitigkeit
Behandlung von Steinen in verschiedenen Abschnitten der Harnwege, je nach gewähltem endoskopischen Zugang.
Ureteroskopie & Laser-Lithotripsie
Die Ureteroskopie erfolgt über die natürlichen Harnwege — Harnröhre, Blase, Harnleiter — ohne äußeren Schnitt. Je nach Lage des Steins wird ein starres oder flexibles Endoskop verwendet.
Nach direkter Visualisierung des Steins wird ein Holmium-Laser zur Zertrümmerung oder zum Dusting eingesetzt. Fragmente können mit einer speziellen Fasszange entfernt werden, häufig wird zudem vorübergehend eine Harnleiterschiene (JJ) eingelegt, um den Harnleiter zu entlasten.
- Zugang über die natürlichen Harnwege, ohne Hautschnitt
- Direkte Visualisierung des Steins
- Zertrümmerung oder Dusting mit Holmium-Laser
- Mögliche vorübergehende Einlage einer Harnleiterschiene

RIRS – Flexible Ureterorenoskopie
Die RIRS (Retrograde Intrarenal Surgery) ermöglicht den Zugang zum Nierenhohlraumsystem über einen retrograden, endoskopischen Weg mittels eines flexiblen Ureteroskops, das über den natürlichen Harnröhrenweg eingeführt wird.
Das flexible Endoskop passt sich der Anatomie der Nierenkelche an und ermöglicht die direkte Visualisierung sowie die Anwendung des Holmium-Lasers zur Zertrümmerung oder zum Dusting der Steine. Fragmente können bei Bedarf mit speziellen Instrumenten entfernt werden, häufig wird zudem eine vorübergehende Harnleiterschiene eingelegt.
Die RIRS erfordert keinen Hautschnitt. Sie ist jedoch nicht immer die geeignetste Option — ihre Indikation hängt von Größe, Anzahl und Lage der Steine ab.
- Retrograder intrarenaler Zugang über die natürlichen Harnwege
- Flexibles Ureteroskop mit Zugang zum Hohlraumsystem
- Laser-Lithotripsie oder Dusting unter direkter Sicht
- Kein Hautschnitt
PCNL – Perkutane Nephrolithotomie
Die perkutane Nephrolithotomie (PCNL) ist ein endourologisches Verfahren zur Behandlung großer oder komplexer Nierensteine über einen kleinen perkutanen Zugang zur Niere.

Ablauf des Eingriffs
- 1Anlage eines perkutanen Zugangs zur Niere über eine kleine Hautoöffnung.
- 2Der Zugang erfolgt unter Röntgendurchleuchtung und/oder Ultraschallkontrolle.
- 3Schrittweise Vorbereitung (Dilatation) des perkutanen Kanals.
- 4Einlage einer Schleuse (Access Sheath), die einen Arbeitskanal zwischen Haut und Niere schafft.
- 5Einführen eines Nephroskops in das Hohlraumsystem.
- 6Direkte Visualisierung des Steins.
- 7Zertrümmerung des Steins mit einem geeigneten intrakorporalen Lithotripsiesystem.
- 8Entfernung der Fragmente mittels Absaugung und/oder endoskopischer Fasszange.
- 9Je nach Fall kann eine Drainage mittels Nephrostomie oder Harnleiterschiene (JJ) erforderlich sein.
Wann wird eine PCNL in Betracht gezogen?
Die PCNL spielt insbesondere in folgenden Situationen eine wichtige Rolle:
- Große Nierensteine
- Komplexe Steinlast
- Ausgusssteine (Staghorn-Steine)
- Steine, die einen wesentlichen Teil des Hohlraumsystems einnehmen
- Ausgewählte Fälle, in denen andere Techniken voraussichtlich keine wirksame Steinfreiheit erzielen
Die PCNL ist häufig die Therapie erster Wahl bei großen Nierensteinen, insbesondere wenn die Steinlast etwa 2 cm überschreitet oder komplex ist. Die endgültige Indikation wird stets individuell nach vollständiger klinischer und bildgebender Abklärung gestellt.
RIRS oder PCNL?
RIRS
- Zugang über die natürlichen Harnwege
- Flexibles Ureteroskop
- Kein perkutaner Nierenzugang
- Grundsätzlich geeignet für ausgewählte kleine bis mittlere Steinlast
- Bei größerer Steinlast ggf. mehrzeitige Behandlung erforderlich
PCNL
- Direkter perkutaner Nierenzugang
- Nephroskop
- Besonders geeignet bei großer oder komplexer Steinlast
- Ermöglicht direkte Fragmententfernung
- Invasiver als RIRS, kann jedoch bei geeigneten großen Steinen effizientere Steinfreiheit bieten
ECIRS
- Kombinierter retrograder und perkutaner Zugang
- Ausgewählte komplexe Fälle
- Gleichzeitiger Zugang aus zwei Richtungen
Die Wahl zwischen RIRS, PCNL und ECIRS folgt keinen starren Regeln — sie wird individuell anhand der Merkmale der Steinerkrankung und des Patienten getroffen.
ECIRS – Kombinierte Perkutane und Endoskopische Behandlung
Die ECIRS (Endoscopic Combined IntraRenal Surgery) kombiniert innerhalb derselben Operationssitzung gleichzeitig den perkutanen Nierenzugang mit einem flexiblen, retrograden ureterorenoskopischen Zugang.
Diese Technik kann in ausgewählten, komplexeren Steinfällen in Betracht gezogen werden, bei denen der kombinierte Zugang die Behandlung schwer erreichbarer Bereiche des Hohlraumsystems erleichtert.
- Zugang zum Hohlraumsystem aus zwei Richtungen
- Erleichterter Zugang zu schwer erreichbaren Kelchen
- Management einer komplexen Steinverteilung
- Mögliche Verringerung der Notwendigkeit zusätzlicher perkutaner Zugänge
Präoperative Planung
Die Planung der geeigneten Behandlungsstrategie basiert auf einer umfassenden klinischen und laborchemischen Abklärung.
Anamnese & Klinische Untersuchung
Ausführliche Anamnese und klinische Untersuchung des Patienten.
Urinuntersuchung & Urinkultur
Ausschluss eines aktiven Harnwegsinfekts vor dem Eingriff.
Nierenfunktion & Blutuntersuchung
Beurteilung der Nierenfunktion sowie allgemeine Blut-/Laborwerte.
CT-Bildgebung
Native Spiral-CT bei Indikation zur genauen Charakterisierung von Stein und Anatomie.
Nieren- & Blasensonographie
Initiale bildgebende Beurteilung von Nieren und Blase.
Anatomische Beurteilung
Bewertung anatomischer Besonderheiten, die die Wahl der Technik beeinflussen können.
Antikoagulanzien/Thrombozytenaggregationshemmer
Beurteilung und Anpassung der Medikation vor dem Eingriff.
Anästhesiologische Abklärung
Präoperative anästhesiologische Untersuchung für die sichere Durchführung des Eingriffs.
Nach der Steinentfernung
Die Entfernung des Steins bedeutet nicht immer die endgültige Lösung der Steinerkrankung. Die Vorbeugung eines Rezidivs beruht auf einer weiterführenden metabolischen Abklärung.
Je nach Vorgeschichte und Rezidivrisiko können weitere Untersuchungen sowie individuelle diätetische oder medikamentöse Empfehlungen sinnvoll sein.
- Analyse der Steinzusammensetzung
- Metabolische Abklärung
- Relevante Blutuntersuchungen
- Urinuntersuchung
- 24-Stunden-Sammelurin bei ausgewählten Hochrisikopatienten
- Präventive diätetische und medikamentöse Empfehlungen
Alternative Behandlungsoptionen
Nicht jeder Stein erfordert eine Behandlung mittels RIRS oder PCNL. Je nach klinischer Situation können die Behandlungsoptionen Beobachtung, medikamentöse Expulsionstherapie (sofern angemessen), extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL), Ureteroskopie, RIRS oder PCNL umfassen.
Die ESWL ist eine nicht-invasive Option zur Zertrümmerung von Steinen mittels Stoßwellen, geeignet für ausgewählte Steingröße und -lage.
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Mehr erfahrenHäufig Gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen RIRS und PCNL?
Die RIRS erfolgt über die natürlichen Harnwege mit einem flexiblen Ureteroskop, ohne Hautschnitt, während die PCNL einen kleinen perkutanen Zugang zur Niere über ein Nephroskop erfordert. Die Wahl hängt hauptsächlich von Größe und Komplexität der Steinlast ab.
Ist der Eingriff schmerzhaft?
Die Eingriffe erfolgen unter Anästhesie. Postoperativ kann leichtes Unbehagen auftreten, das mit üblicher schmerzlindernder Medikation behandelt wird.
Wie lange dauert die Genesung nach RIRS oder PCNL?
Die Genesung nach RIRS ist in der Regel schneller, während nach PCNL je nach Steingröße und klinischer Situation ein etwas längerer Krankenhausaufenthalt erforderlich sein kann.
Ist immer eine Harnleiterschiene (JJ) notwendig?
Nicht immer. Die Notwendigkeit einer vorübergehenden Schiene hängt von Faktoren wie Steingröße, Schwellung des Harnleiters und den intraoperativen Befunden ab.
Was bedeutet Dusting?
Dusting ist eine Technik, bei der der Stein mittels Holmium-Laser in sehr kleine Partikel zertrümmert wird, die auf natürlichem Weg abgehen können, ohne dass immer eine aktive Entfernung erforderlich ist.
Wann wird eine ECIRS anstelle einer alleinigen PCNL oder RIRS in Betracht gezogen?
Die ECIRS kann in ausgewählten, komplexeren Steinfällen in Betracht gezogen werden, bei denen ein gleichzeitiger Zugang aus zwei Richtungen die Behandlung schwer erreichbarer Bereiche der Niere erleichtern kann.
Kann die Steinerkrankung nach der Behandlung erneut auftreten?
Ja, die Steinerkrankung neigt zu Rezidiven. Metabolische Abklärung, Analyse der Steinzusammensetzung und präventive Empfehlungen tragen dazu bei, das Risiko künftiger Episoden zu verringern.
Literaturverzeichnis – Quellen
- EAU Guidelines on Urolithiasis, 2024 — uroweb.org
- Türk C, et al. EAU Guidelines on Interventional Treatment for Urolithiasis. Eur Urol 2016;69:475–482.
- Assimos D, et al. Surgical Management of Stones: AUA/Endourological Society Guideline, PART II. J Urol 2016;196:1161–1169.
- LEFKOS STAVROS – The Athens Clinic, Urologisches Zentrum — Informationen zur verfügbaren Ausstattung und Infrastruktur (DORNIER MEDILAS H-140, Endoskope, PCNL-/ECIRS-Ausstattung).