Urethritis

Fachärztliche Diagnostik und Therapie für Urethritis. Dr. Marinos Vasilas — Urologe auf Rhodos, Griechenland.

Ουρηθρίτιδα - Φλεγμονή της Ουρήθρας | Ουρολόγος Ρόδος
Dr. Marinos Vasilas23. April 20266 Min. Lesezeit

Die Urethritis gehört zu den häufigsten urologischen Infektionen bei Erwachsenen, meist sexuell übertragen. Korrekte Diagnose und rechtzeitige Antibiotikatherapie verhindern Komplikationen wie Epididymitis, Prostatitis und Infertilität.

“Die Urethritis ist keine "einfache" Infektion — unzureichende Therapie führt zu chronischen Beschwerden, Übertragung auf den Partner und schweren Komplikationen. Moderne NAAT-Diagnostik und gezielte Antibiotikatherapie lösen das Problem definitiv.”

— Dr. Marinos Vasilas, Urologischer Chirurg

Was ist eine Urethritis

Die Urethritis ist definiert als Entzündung der Harnröhre. Es werden unterschieden:

  • Gonorrhoische Urethritis (GU): Neisseria gonorrhoeae — starker eitriger Ausfluss, akuter Beginn.
  • Nicht-gonorrhoische Urethritis (NGU): Chlamydia trachomatis (~50 %), Mycoplasma genitalium, Trichomonas vaginalis, HSV — schleichender Beginn, mildere Symptome.

Symptome

  • Dysurie — Brennen/Stechen beim Wasserlassen.
  • Harnröhrenausfluss: klar/weißlich (NGU), dickflüssig eitrig (Gonokokken).
  • Juckreiz oder Reizung in der Harnröhre.
  • Pollakisurie und Harndrang.
  • Schmerzen oder Beschwerden beim Samenerguss.
  • Bei Frauen: mildere Symptome — Dysurie, vermehrter vaginaler Ausfluss.
  • Asymptomatischer Verlauf in ~50 % der Fälle (vor allem Chlamydien) — hohes Übertragungsrisiko.

Ursachen & Risikofaktoren

  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr (Hauptübertragungsweg).
  • Mehrere Sexualpartner.
  • Junges Alter (15–24 Jahre).
  • Anamnese anderer sexuell übertragbarer Infektionen.
  • Nicht-infektiöse Ursachen: Katheter-Trauma, chemische Reizung, Reiter-Syndrom (reaktive Arthritis).

Diagnostik

NAAT (Methode der Wahl)

Nukleinsäure-Amplifikationstest aus Erststrahlurin oder Harnröhrenabstrich. Sensitivität >95 % für Chlamydien, Gonokokken und Mycoplasma genitalium.

Kultur & Empfindlichkeit

Erforderlich für Gonokokken (zunehmende Cephalosporin-Resistenz). Gram-Färbung zeigt intrazelluläre Gram-negative Diplokokken.

STI-Screening

HIV, Syphilis (VDRL/RPR), Hepatitis B und C — obligatorisch bei jeder neuen STI-Diagnose.

Behandlung

Gonorrhoische Urethritis

Ceftriaxon 500mg IM einmalig + Doxycyclin 100mg 2x/Tag für 7 Tage (Abdeckung der Chlamydien-Koinfektion ~30 %).

Nicht-gonorrhoische Urethritis (NGU)

Doxycyclin 100mg 2x/Tag für 7 Tage (Erstwahl bei Chlamydien). Alternativ: Azithromycin 1g einmalig. Bei M. genitalium: Moxifloxacin 400mg 1x/Tag für 7–10 Tage (bei Azithromycin-Resistenz).

Partnertherapie

Obligatorisch für alle Sexualpartner der letzten 60 Tage. Geschlechtsverkehr 7 Tage nach Therapiebeginn vermeiden.

Vorbeugung & Komplikationen

  • Konsequenter Kondomgebrauch bei neuen oder mehreren Partnern.
  • Jährliches Chlamydien-Screening bei sexuell aktiven <25-Jährigen.
  • Schnelle ärztliche Abklärung bei ersten Symptomen.
  • Selbstmedikation vermeiden — fördert Antibiotikaresistenzen.

Komplikationen ohne Behandlung:

  • Epididymitis und Orchitis.
  • Chronische Prostatitis.
  • Harnröhrenstrikturen (post-gonorrhoisch).
  • Pelvic Inflammatory Disease (PID) bei Frauen.
  • Männliche und weibliche Infertilität.
  • Disseminierte Gonokokkeninfektion: Arthritis, Endokarditis, Meningitis.

Häufige Fragen zur Urethritis

Was ist eine Urethritis?

Die Urethritis ist eine Entzündung der Harnröhre, die den Urin aus der Blase nach außen leitet. Sie wird unterteilt in gonorrhoische (Neisseria gonorrhoeae) und nicht-gonorrhoische Urethritis (hauptsächlich Chlamydia trachomatis, Mycoplasma genitalium).

Welche Symptome treten auf?

Dysurie (Brennen beim Wasserlassen), Harnröhrenausfluss (klar oder eitrig), Juckreiz in der Harnröhre, Pollakisurie und Harndrang. Bei Frauen können die Symptome milder oder abwesend sein.

Wie wird sie diagnostiziert?

Mittels NAAT (Nukleinsäure-Amplifikationstest) im Erststrahlurin oder Harnröhrenabstrich für Chlamydien und Gonokokken. Kultur und Empfindlichkeitsprüfung sind für Gonokokken erforderlich aufgrund zunehmender Antibiotikaresistenzen.

Wie wird sie behandelt?

Gonorrhoisch: Ceftriaxon 500mg IM einmalig + Doxycyclin 100mg 2x/Tag für 7 Tage (deckt auch Chlamydien ab). Nicht-gonorrhoisch: Doxycyclin 100mg 2x/Tag für 7 Tage oder Azithromycin 1g einmalig. Partnertherapie ist obligatorisch.

Ist sie sexuell übertragbar?

Ja, in den meisten Fällen. Screening auf andere STI (HIV, Syphilis, Hepatitis B/C) ist erforderlich. Geschlechtsverkehr 7 Tage nach Therapiebeginn und bis zur Behandlung des Partners vermeiden.

Fazit

Die Urethritis ist mit gezielter Antibiotikatherapie und gleichzeitiger Partnertherapie vollständig heilbar. Frühe Diagnose verhindert schwere Komplikationen.

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Wissenschaftliche Quellen

  1. EAU-Leitlinien zu urologischen Infektionen 2024 — uroweb.org
  2. CDC STI Treatment Guidelines 2021. MMWR Recomm Rep 2021;70(4):1-187.
  3. Workowski KA et al. Sexually Transmitted Infections Treatment Guidelines. MMWR 2021.
  4. Horner PJ et al. 2016 European guideline on the management of non-gonococcal urethritis. Int J STD AIDS 2016;27:928-937.

Über den Arzt

Dr. Marinos Vasilas — Urologischer Chirurg in Rhodos

Dr. Marinos Vasilas, Urologischer Chirurg – Androloge

Spezialisiert auf umfassende Behandlung sexuell übertragbarer urologischer Infektionen mit moderner NAAT-Diagnostik und gezielter Antibiotikatherapie.

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